Strategieschwenk
Toyota wagt den Tabubruch

Finanzkrise, Rückrufdesaster und die Katastrophe von Fukushima – Toyota hat schwere Monate hinter sich. Jetzt melden sich die Japaner zurück und setzen dabei auf einen Kulturwandel im eigenen Konzern.
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FrankfurtDie Frontlichter des neuen Toyota Avensis sind für Didier Leroy mehr als nur  Lampen für mehr Licht auf der Straße. Für den Europa-Chef sind sie vielmehr die sichtbarsten Zeichen für einen dramatischen Kulturwandel, den der japanische Autobauer gerade durchläuft.

Denn bislang, so Leroy im Gespräch mit Handelsblatt Online, waren die Leuchten bei dem Update eines bestehenden Autos eigentlich tabu. “Aber wir in Europa haben entschieden, dass wir die Frontlichter unserer Mittelklasse-Modells ändern wollen – und so ist es dann auch geschehen.” Was klingt wie eine Petitesse kommt beim zweitgrößten Autobauer der Welt fast schon einem Erdbeben gleich. Der einst zentralistisch von Tokio aus geführte Konzern setzt seit Frühjahr dieses Jahres auf seine regionalen Statthalter in aller Welt.

“Wir in Europa sind das globale Planungszentrum für Kleinst- und Kleinwagen sowie für Kompaktautos”, sagt Leroy. “Und Europas Stimme wird in Tokio gehört.” Das war nicht immer so. Kritiker werfen dem Autobauer schon lange vor, seinen regionalen Dependance zu wenig Freiheiten zu gönnen. Das soll nun der Fall sein – auch wenn Leroy zugibt, dass die Umsetzung in einem Weltkonzern alles andere als einfach wird. “Das ist unsere große Herausforderung.” Für Leroy ist sie alternativlos: “Die Welt ändert sich und wir müssen uns mit ihr ändern. Und das werden wir.”

In Frankfurt auf der IAA ist der neugestaltete Avensis eines der ersten  Beispiele für den von Konzernchef Akio Toyoda eingeleiteten Strategieschwenk – der nach all den Unglücken der jüngsten Vergangenheit wohl auch notwendig war.

“Wir hatten viele Schwierigkeiten: die Finanzkrise mit dem Absatzeinbruch, die vielen Rückrufe und das Erdbeben in Japan”, sagt Leroy. Die Folgen waren spürbar. Nach dem Erdbeben und dem Tsunami vom 11. März waren in Japan mehrere Toyota-Fabriken und vor allem ein erheblicher Teil der weltweit wichtigen Zulieferindustrie zum Erliegen gekommen. Und im vergangenen Jahr hatten zahlreiche Qualitätsmängel und Rückrufe im zweistelligen Millionenbereich das Konzernergebnis belastet und die Absatzzahlen sinken lassen.

Für Autoexperten wie Professor Stefan Bratzel vom Center of Automotive Research (CAM) in Bergisch Gladbach war Toyota deshalb mehr mit der Lösung von Problemen als mit der Entwicklung neuer Innovationen beschäftigt. Im CAM-Innovationsranking war Toyota in der Folge von Platz eins auf Rang acht abgestürzt.

Für Europa-Chef Leroy ist das Vergangenheit. Mehr noch, für ihn gehen die Japaner gestärkt aus der Krisenzeit hervor:  “Wie viele Unternehmen wären nach all diesen Problemen so schnell wieder auf die Beine gekommen?”, fragt Leroy und fügt wie zum Beweis an: “Wir sind unserem eigenen Erholungsplan ein Jahr voraus.” Ursprünglich hätten erst im Dezember wieder alle Werke die volle Leistungskapazität erreichen sollen, dies sei  nun aber bereits jetzt der Fall. Und nächstes Jahr will Toyota wieder profitabel sein.

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  • Japaner haben auch in Zukunft in Deutchland ihre Chance verpasst. Händlernetzt ist deutlich dezimiert.
    Durch erhebliche Qualitäteinbußen ist das ehemalige langlebige Image verloren gegangen.
    Was kann man auch erwarten, wenn man ehemalige Qualitätsprodukte in England Türkei und Rumänien bauen lässt und anschließend die Abgabepreise auf da Niveau von VW hochfährt.Hyundai hat ganz schnell diese Lücke augefüllt und gibt den Japaner keine Chance mehr dort aufzutreten.

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