Streiks in Stuttgart gehen weiter
SPD und CDU streiten über Daimler-Chysler

SPD-Chef Müntefering hat Daimler-Chrysler wegen seines harten Sparkurses attackiert. CDU-Chefin Merkel zeigt dagegen Verständnis für den Konzern.

HB BERLIN. Regierungskoalition und Opposition sind uneins über die angekündigten Einsparungen bei Daimler-Chrysler in Baden-Württemberg. Der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering warf in diesem Zusammenhang deutschen Konzernchefs vor, die Arbeitnehmer knebeln zu wollen. «Da tauchen Rituale auf, von denen ich gehofft hatte, sie seien längst vorbei», sagte er der «Berliner Zeitung» vom Wochenende. Die Unternehmen müssten gegenüber denjenigen Beschäftigten, die zu hohen Einnahmen beigetragen hätten, Verantwortung übernehmen.

CDU-Chefin Angela Merkel billigt dagegen das harte Vorgehen von Daimler-Chrysler. «Wenn ein Unternehmen den selben Autotyp in Bremen billiger produzieren kann als in Sindelfingen, dann will es diese Kostenvorteile auch nutzen», sagte sie der Zeitung. Dies sei doch normal.

In großzügigen Tarifabschlüssen sieht Merkel nach eigenen Angaben ein Risiko. Gewerkschaften und Arbeitgeber sähen nicht immer ein, dass sie für die Allgemeinheit verantwortlich seien. «Angesichts der Globalisierung ist die Gefahr wirklich sehr groß, dass die Tarifpartner Abschlüsse machen, die dazu führen, dass immer mehr Produktion ins Ausland abwandert», warnte sie.

Im Werk Sindelfingen gehen die Proteste am heutigen Samstag weiter. Eine Schicht mit 12.000 Mitarbeitern fällt aus, da der Betriebsrat Überstunden verweigert hat. Auch im Werk Untertürkheim sollen am Wochenende keine Überstunden geleistet werden.

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