Streit mit RWE um Eingliederung der Gastochter
Letztes Angebot der kommunalen Gas-Aktionäre

Der Energieversorger RWE erhielt von den kommunalen Eignern der RWE Gas AG ein nach eigenen Angaben "ultimatives Angebot" für die Eingliederung der Gastochter in die neue Konzernstruktur.

HB DÜSSELDORF. Das neue Angebot setze zum Teil auf eine früher gemachte Offerte auf, „enthalte aber auch neue Vorschläge“, sagte ein Sprecher der kommunalen Aktionäre am Freitag in Münster. Die Gruppe der kommunalen Aktionäre habe es bis zum 31. Oktober befristet. Es sei als letztes Angebot anzusehen. Details daraus wollte der Sprecher nicht nennen. Allerdings hätten die Vertreter der Kommunen bei ihrem jüngsten Treffen erneut darauf hingewiesen, dass die kommunalen Stadtwerke der vom RWE-Konzern geplanten kompletten Eingliederung des Gasgeschäfts in regionale Vertriebsgesellschaften des Konzerns sehr kritisch gegenüber stünden. Bei RWE bestätigte ein Sprecher den Eingang eines neuen Angebots der kommunalen Gas-Aktionäre. Dieses Angebot werde geprüft, hieß es.

In einem früheren Angebot an den RWE-Konzern hatten die kommunalen Aktionäre von RWE Gas, die etwa 20 % an diesem Unternehmen halten, RWE die Übernahme von Privatkunden angeboten. Die wichtigen Stadtwerke-Kunden sollten aber bei einer selbstständig arbeitenden RWE Gas bleiben. Die kommunalen Aktionäre sehen sich als Vertreter der Stadtwerke-Interessen, die bei der neuen RWE-Struktur um ihre Freiheit fürchten, Strom und Gas frei auf dem Markt kaufen zu können.

Die kommunalen Aktionäre von RWE Gas haben sich bislang der beabsichtigten Eingliederung des Gasgeschäfts in eine Vertriebsgesellschaft widersetzt. Mit ihrer Haltung blockieren sie die vollständige Umsetzung der seit 1. Oktober geltenden neuen RWE-Struktur, die im Kern die Zusammenlegung des Vertriebs von Strom und Gas sowie die Bündelung der Energieerzeugung in einer neuen Gesellschaft vorsieht.

RWE hatte den kommunalen Aktionären in den vergangenen Monaten nach Angaben aus Unternehmenskreisen insgesamt vier Kompromissangebote gemacht. Sie seien alle abgelehnt worden. Unter anderem habe der Konzern den Kommunen eine Erhöhung der jährlichen Garantiedividende um zwei Mill. € vorgeschlagen. Auch eine Barabfindung sei angeboten worden. Die kommunalen Gas-Aktionäre haben mit RWE einen erst im vorigen Frühjahr abgesegneten Konsortialvertrag unterzeichnet. Er sieht unter anderem vor, dass die 46 kommunalen Eigner bis 2027 eine jährliche Garantiedividende von rund 40 Mill. € bekommen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%