Streit zwischen Betriebsratsvorständen
IG Metall erwartet Einigung zwischen Porsche und VW

Der monatelange Streit zwischen den Betriebsräten von Volkswagen und Porsche steht nach Ansicht von IG-Metall-Chef Berthold Huber vor dem Ende. "Ich denke, dass wir die Kämpfe zwischen den beiden Betriebsratsvorständen bald beilegen können.

HB FRANKFURT. Von sechs strittigen Punkten ist noch einer offen", sagte Huber am Mittwochabend im Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten.

Auch VW -Betriebsratschef Bernd Osterloh sprach von weitgehender Einigkeit mit dem Porsche -Betriebsratschef: "Uwe Hück sieht das genauso wie wir, dass es hier um berechtigte Interessen unserer Kollegen geht. Mit ihm sind wir uns da weitgehend einig. Aber mit Herrn Wiedeking und dem SE-Vorstand nicht. Und da liegt das Problem", sagte Osterloh Reuters.

Der Porsche -Betriebsrat wollte sich dazu nicht äußern. Der Konflikt um die Mitbestimmung bei der nach europäischem Recht gegründeten Porsche Automobil Holding SE dürfte damit auf der Hauptversammlung von VW am 24. April ein großes Thema werden.

Bei dem Streit geht es um den Einfluss des VW -Betriebsrats in der Porsche Holding, unter deren Dach Volkswagen geführt wird, sobald Porsche die Mehrheit an dem Unternehmen übernimmt.

Der VW -Betriebsrat verlangt eine angemessene Beteiligung in den Arbeitnehmergremien der Holding. Osterloh argumentiert, VW habe 30-mal so viele Beschäftigte und gemessen daran zu wenig Rechte in der Holding. Der Porsche -Betriebsrat lehnte Zugeständnisse zunächst ab, verhandelt aber schon seit einiger Zeit mit dem Betriebsrat von VW über eine Lösung.

Die IG-Metall-Mitglieder Osterloh und Hück hatten den Streit um die Mitbestimmungsrechte öffentlich ausgetragen. Dabei hatte Osterloh Hück vorgeworfen, der Porsche -Betriebsratschef habe sich von Porsche -Chef Wendelin Wiedeking über den Tisch ziehen lassen und Arbeitnehmerrechte der VW -Belegschaft beschnitten.

IG-Metall-Chef Huber gab sich überzeugt, dass Porsche seinen Anteil von 31 Prozent bald auf über 50 Prozent aufstocken wird. "Das ist nur eine Frage der Zeit", sagte er.

Der Einfluss der Gewerkschaften bei VW habe historische Wurzeln. Insofern werde VW niemals ein "normales" Unternehmen, wie Porsche -Chef Wiedeking fordere, sagte der Gewerkschaftschef. Das frühere Volkswagenwerk sei von den Nationalsozialisten mit 50 Millionen Reichsmark aus enteignetem Gewerkschaftsvermögen gegründet worden.

Dies sei nach Ende des Zweiten Weltkriegs der Grund für die erweiterte Mitbestimmung bei VW gewesen. "Man muss von Leuten, die Unternehmen führen, so viel historisches Gespür verlangen, dass man nicht Normalität verlangt für etwas, das nicht normal abgelaufen ist", sagte Huber.

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