Stromerzeugung
EDF und Enel forcieren Atomenergie in Italien

Vor 20 Jahren stieg Italien aus der Atomenergie aus. Nun rückt das Comeback immer näher: Der französische Energieriese Electricite de France (EdF) und der italienische Enel-Konzern werden gemeinsam die Rückkehr Italiens zur Atomenergie vorantreiben.

HB ROM. Die Unternehmen kündigten am Montag in Rom an, in einem Joint Venture die Grundlagen für den Bau von mindestens vier modernen Kernkraftwerken des Typs EPR (Europäischer Druckwasserreaktor) legen zu wollen. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi hatten diesen energiepolitischen Schulterschluss im Februar beschlossen. Er soll Italien mehr als 20 Jahre nach dem Ausstieg aus der Kernenergie wieder mit Atomstrom aus dem eigenen Land versorgen und unabhängiger vom Energieimport machen.

Die konservative Mehrheit im römischen Parlament hatte im Juli - gegen den Protest der Opposition - die gesetzliche Basis für den Bau der neuen Atommeiler gelegt. Darin werden den Konzernen sechs Monate Zeit gegeben, um Vorgaben für Standorte etwa in Venetien oder auf Sizilien zu machen. Allerdings müsse erst geklärt werden, ob die technischen Voraussetzungen für Kraftwerke und Endlager gegeben sind.

Italien war nach dem Super-Gau von Tschernobyl aus der Atomenergie ausgestiegen. Bei einem Referendum votierten im Jahr 1987 vier von fünf Befragten für ein Ende. Die Opposition sieht im Wiedereinstieg jetzt einen „Rückschritt um 20 Jahre“. Frankreich, Schweden und Großbritannien setzen dagegen ebenfalls auf Atomkraft, in Deutschland sollen die Laufzeiten „sicherer Kraftwerke“ verlängert werden.

Enel-Chef Fulvio Conti verspricht sich von dem paritätisch geführten Joint Venture „Sviluppo nucleare Italia“ vor allem auch einen Schub bei der Wiederankurbelung der Konjunktur und für die Schaffung von Arbeitsplätzen. EDF-Chef Pierre Gadonneix sieht darin einen entscheidenden Schritt in der erfolgreichen Zusammenarbeit der Konzerne. Das italienische Unternehmen ist bereits bei dem im Bau befindlichen ersten EPR in Flamanville in der Normandie beteiligt.

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