Strompreispolitik
Billig-Energieland USA lockt deutsche Konzerne

Die hohen Strompreise treiben deutsche Firmen ins Billig-Energieland USA. Die neue Ökostrom-Förderung hat die Gefahr zwar entschärft. Doch ob gekürzte Investitionen nicht doch in Abwanderung umschlagen, bleibt offen.
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Berlin/New York Die günstige Energie in den USA verführt deutsche Unternehmen, Kapazitäten über den Atlantik zu verschieben – und wegen des teuren Stroms daheim massiv Investitionen zu kappen. Zwar hören sich die Warnungen der Wirtschaft nicht mehr so schrill an wie noch vor der jetzt greifenden Ökostrom-Reform. Doch obwohl das System der umstrittenen Industrierabatte weithin unangetastet bleibt, drohen manche Großverbraucher mit Folgen für die Bundesrepublik. Zugleich versichern sie: Ein Aufstocken in Amerika sei nicht gleichbedeutend mit einem umfangreichen Abbau in Deutschland.

„Welche Auswirkungen Detailregelungen haben, lässt sich noch nicht genau sagen“, heißt es beim weltgrößten Chemiekonzern BASF zur am Freitag in Kraft tretenden Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Die Ludwigshafener hatten bereits angekündigt, wegen der hohen Energiekosten den Anteil heimischer Investitionen von einem Drittel auf ein Viertel zusammenzustreichen. Parallel dazu baut und erweitert BASF - auch aufgrund der dank Fracking gesunkenen Gaspreise - neue Standorte in den USA, unter anderem in Freeport (Bundesstaat Texas).

Die strittigen Rabatte für energieintensive Industrien, durch die die Kosten für die Verbraucher bei der Ökostrom-Förderung steigen, sind trotz harter Verhandlungen mit der EU-Kommission nicht so stark eingedämmt worden wie von Kritikern gefordert. In der Summe bleiben sie mit einem Umfang von rund fünf Milliarden Euro sogar konstant.

„Beim neuen EEG passiert kein Erdrutsch“, sagt Jörg Rothermel, Chef des Branchenverbands EID. Das Fördersystem bleibe aber komplex - und die Verdoppelung der EEG-Mindestumlage auf 0,1 Cent je Kilowattstunde belaste die Unternehmen durchaus. Nicht wenige Betriebe mit hohem Stromverbrauch wie Stahl-, Baustoff-, Chemie- oder Papierhersteller überlegten daher, in den Vereinigten Staaten draufzusatteln.

Der Anteil deutscher Firmen an ausländischen Direktinvestitionen in den USA ist traditionell hoch – er liegt bei etwa einem Zehntel. Jüngste Beispiele sind BMW und VW, die ihre Werke im Land ausbauen. Mercedes-Benz hat seine Fabrik in Alabama gerade erst erweitert – die dort hergestellten Wagen sind auch für den Export bestimmt.

Nach einer Umfrage der Deutsch-Amerikanischen Handelskammern von Ende 2013 planen drei Viertel der deutschen Firmen in den USA, ihre Mitarbeiterzahl zu erhöhen. Danach waren es zuletzt 581.000 Jobs. Ein wesentlicher Standortfaktor neben besserem Marktzugang, geringeren Wechselkursrisiken und günstigeren Arbeitskosten: die meist deutlich niedrigere Energierechnung – der US-Schiefergas-Boom macht's möglich.

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Die Gefahr der „schleichenden Abwanderung“

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  • In den USA gibt es billige Energie. Nur Frau Merkel bzw. unsere Politiker wollen die Bürger ausplündern!

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