Studie des Instituts Arbeit und Wirtschaft und der IG Metall
Trotz Schiffbau-Boom weniger Stellen

Wegen des weltweiten Schifffahrt-Booms brummt auf den deutschen Werften das Geschäft. Nach Einschätzung der IG Metall sind auch die Zukunftsaussichten gut. Arbeitsplätze gibt es trotzdem weniger.

HB HAMBURG. Die Stammbelegschaften bei den Schiffbaubetrieben ist in den vergangenen zwölf Monaten weiter geschrumpft, ergab eine am Mittwoch in Hamburg vorgestellte Studie des Instituts Arbeit und Wirtschaft (Bremen) und der IG Metall. Danach ging die Zahl der direkt bei den Betrieben Beschäftigten von 19 852 auf 18 980 zurück. Dazu kommen jedoch rund 9000 Mitarbeiter von Fremdfirmen und 20 000 Arbeitsplätze bei Zulieferern. Vor 15 Jahren arbeiteten noch mehr als 59 000 Menschen auf den Werften.

„Die Produktivität der Schiffbaubetriebe ist enorm gestiegen“, sagte Professor Rudolf Hickel, der die jährlich wiederholte Umfrage bei den Betriebsräten der Werften seit langem betreut. „Die Lohnstückkosten, die entscheidend sind für die internationale Wettbewerbsfähigkeit, sind zurückgegangen.“ Er erwarte, dass die Nachfrage nach Containerschiffen noch mehrere Jahre auf hohem Niveau bleiben werde. Sehr große Containerschiffe, die mehr als 7000 Standardcontainer (TEU) tragen können, werden fast ausschließlich in Korea gefertigt. Künftig werde aber auch der Bedarf an kleineren Zulieferschiffen stärker als bisher wachsen. In diesem Segment sind die deutschen Werften aktiv.

Die IG Metall forderte von den Schiffbau-Unternehmen, ihre Innovationsfähigkeit zu verbessern. „Innovation, Forschung und Entwicklung gehören auf die Tagesordnung jeder Werft“, sagte die Bezirksleiterin Küste, Jutta Blankau. Ein wesentlicher Grund für die hohe Auslastung der Werften sei die Flexibilität der Arbeitnehmer. Die „atmende Fabrik“ sei im Rahmen der geltenden Tarifverträge Realität geworden. Blankau forderte von der nächsten Bundesregierung, den von der rot-grünen Regierung eingeleiteten maritimen Dialog fortzusetzen.

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