Studie
Russland spätestens 2010 europagrößter Automarkt

Russland wird Deutschland als größten Pkw-Markt Europas einer Studie zufolge spätestens 2010 ablösen. Während die großen europäischen Märkte stagnieren und in diesem Jahr insgesamt voraussichtlich sogar schrumpfen werden, sei ein Ende der Nachfragedynamik in dem osteuropäischen Land nicht absehbar.

HB HAMBURG/BRÜSSEL. Ein Zuwachs von etwa 60 Prozent in den nächsten drei Jahren werde die Neuzulassungen bis dahin auf über 3,7 Mill. Einheiten anschwellen lassen, teilte das Essener Marktforschungsinstitut Polk am Mittwoch mit. „Dies ist ein Niveau, dass aus heutiger Sicht für kein anderes europäisches Land mehr erreicht wird, auch nicht für Deutschland.“ In der Bundesrepublik waren die Zulassungen im vergangenen Jahr mit 3,2 Mill. Einheiten auf das tiefste Niveau seit der Vereinigung gesunken. Auch für das laufende Jahr erwartet die Branche keine durchgreifende Besserung.

Der Autoabsatz in West-Europa wird im laufenden Jahr voraussichtlich leicht sinken. Die Neuzulassungen dürften gegenüber dem Vorjahr um 0,6 Prozent zurückgehen, teilte der europäische Herstellerverband ACEA am Mittwoch in Brüssel mit. In Frankreich und Deutschland werden aber - nicht bezifferte - Zuwächse erwartet. 2007 wurden in der EU knapp 16 Mill. Pkw neu zugelassen, 1,1 Prozent mehr als im Vorjahr.

In Russland ziehen alle größeren Autobauer eigene Produktionsstädten hoch oder arbeiten mit lokalen Herstellern zusammen. Besonders stark vertreten sind die Marken Chevrolet von General Motors sowie japanische Konzerne, allen voran Toyota. Europas größter Autobauer Volkswagen hatte kürzliche ein eigenes Werk in der Nähe von Moskau in Betrieb genommen. Im vergangenen Jahr nahm Russland mit 2,35 Mill. Neuzulassungen Rang vier hinter Deutschland, Italien und Großbritannien ein.

ACEA bestätigte, dass der Diesel-Trend bei Personenwagen in West-Europa anhält. Im vergangenen Jahr waren in West-Europa 53,3 Prozent aller neuzugelassenen Autos mit einem Diesel-Motor ausgestattet. Im Zeitraum von Januar bis Oktober betrug der Anteil der Autos, deren Ausstoß die geplante europäischen CO2-Grenze von 120 Gramm pro Kilometer einhält, bereits zehn Prozent.

Die europäische Autoindustrie produzierte im vergangenen Jahr 17,1 Mill. Fahrzeuge, das bedeutete einen Zuwachs von 5,5 Prozent. Inklusive Lastwagen und Bussen gab es ein Plus von 5,3 Prozent auf 19,7 Mill. Fahrzeuge. Während Lastwagen um 15 Prozent zulegten, verloren Busse bei der Produktion um 24 Prozent. Angaben zu Automarken machte ACEA nicht.

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