Studien zu H5N1
Glaxo testet Vogelgrippeimpfstoffe

Der Kampf gegen den lebensgefährlichen Vogelgrippe-Erreger H5N1 geht weiter. Europas größter Pharmakonzern Glaxo Smithkline hat klinische Testreihen mit zwei für den Epidemiefall gedachten Impfstoffen gestartet.

HB LONDON. Insgesamt 800 gesunde Freiwillige würden an zwei klinischen Versuchen teilnehmen, teilte der britische Arzneimittelhersteller am Donnerstag mit. In Deutschland finde eine Erprobungsreihe statt, eine weitere Testreihe mit einem neuen Zusatzstoff in Belgien. Der Pharmariese ist einer von mehreren Konzernen, darunter Sanofi-Aventis und Chiron, die fieberhaft an der Entwicklung eines Impfschutzes gegen den auch für Menschen gefährlichen H5N1-Erreger arbeiten.

Die Vogelgrippe hat sich seit Ende 2003 von Asien nach Europa und Afrika ausgebreitet. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) starben seit 2003 weltweit 105 Menschen an der Krankheit. Bei 186 Menschen wurde das H5N1-Virus nachgewiesen. Bislang ist die Vogelgrippe allerdings nicht von Mensch zu Mensch übertragbar.

Eine der großen Herausforderungen im Rennen um einen effektiven Impfschutz im Fall einer weltweiten Epidemie ist, wie sich aus einer geringen Menge Wirkstoff die maximale Anzahl von möglichen Impfungen gewinnen lässt. Viel verspricht sich Glaxo hier von dem neuen Zusatzstoff, der in der Testreihe in Belgien überprüft wird. Der britische Konzern hat bereits Dossiers bei den europäischen Gesundheitsbehörden eingereicht, um rasch eine Zulassung für einen Impfstoff im Fall einer solchen Pandemie zu erhalten. Sollte ein pandemischer Virenstamm entstehen, könnten damit der Zulassungsprozess und die Produktionsaufnahme beschleunigt werden.

Experten befürchten, dass der H5N1-Stamm so stark mutieren könnte, dass das Virus eines Tages auch von Mensch zu Mensch übertragbar wird. Falls dieser Fall eintritt, könnte er zu einer weltweiten Grippewelle führen mit möglicherweise Mill. von Toten. Niemand weiß derzeit genau, wie gut Impfstoffe gegen den Vogelgrippe-Erreger in einem Pandemie-Fall wirken. Sie könnten aber das menschliche Immunsystem genügend stärken und darauf vorbereiten, das Virus zu bekämpfen.

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