Syngenta
Chemchina ist bei Übernahme am Ziel

Nach mehr als zwölf Monaten ist die milliardenschwere Übernahme des Schweizer Agrarchemiekonzerns Syngenta am Ziel. Dem Käufer Chemchina wurden bis Ende der Andienungsfrist mehr als 80 Prozent der Aktien angeboten.
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ZürichDie größte Auslandsübernahme eines chinesischen Unternehmens ist unter Dach und Fach. Chemchina sammelt bis zum Ablauf der Andienungsfrist knapp 81 Prozent der Aktien von Syngenta ein – deutlich mehr als die von dem Staatskonzern mindestens angepeilten 67 Prozent. Der Chef des Pflanzenschutz- und Saatgut-Produzenten aus Basel, Erik Fyrwald, zeigte sich am Freitag zuversichtlich, dass schlussendlich mehr als 90 Prozent der Anteile zusammenkommen - und Chemchina falls nötig im Juni die noch verbliebenen Streubesitz-Aktionäre zwangsabfinden kann.

Chemchina hatte die 43 Milliarden Dollar schwere Offerte für Syngenta im Februar vergangenen Jahres auf den Weg gebracht. Ursprünglich wollten die beiden Unternehmen den Deal bereits Ende 2016 in trockenen Tüchern haben. Die Transaktion zog sich dann allerdings hin, vor allem weil Wettbewerbsbehörden Bedenken anmeldeten.

Europäisches Know-how – ob in der Landwirtschaft, dem Maschinenbau, der Autobranche oder der Energietechnik – ist in China gefragt. Die Volksrepublik ist unter anderem bestrebt, die Lebensvermittelversorgung seiner Bevölkerung zu verbessern und die Abhängigkeit von Importen zu verringern. Vor diesem Hintergrund befürchtet Syngenta-Chef Fyrwald auch keine massive Einmischung des neuen Eigentümers ins operative Geschäft des Konzerns. „Es ist sehr wichtig zu verstehen, dass das eine Finanztransaktion ist“, sagte er dem Fernsehsender CNBC.

Syngenta-Aktionären, die ihre Aktien bereits angedient haben oder das noch bis zum 16. Mai tun, winkt neben dem Kaufpreis von 465 Dollar – zum aktuellen Wechselkurs rund 461 Franken – zusätzlich eine Sonderdividende von fünf Franken. Endgültig vollzogen werden soll die Transaktion nach Ablauf aller Nachfristen dann am 7. Juni. Chemchina will Syngenta im Anschluss daran von der Börse nehmen.

Die Agrarchemiebranche befindet sich in einem tiefgreifenden Umbruch. Fallend Getreidepreise und instabile Märkte in den Schwellenländern haben den Herstellern von Pflanzenschutzmitteln und Saatgut zugesetzt. Bayer will den US-Konzern Monsanto schlucken, die US-Chemieriesen DuPont und Dow Chemical stehen vor dem Zusammenschluss. Kommen diese Transaktionen zustande, teilen sich zusammen mit BASF vier Riesen den Markt weltweit auf.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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