Tarifgespräche
IG Metall stellt VW neues Ultimatum

Die Sanierungsgespräche des Autokonzerns VW für seine Kernmarke stehen am Scheideweg. Nach den ergebnislos verlaufenen Verhandlungen am vergangenen Freitag stellte die Gewerkschaft dem Management ein Ultimatum. Ob das die Gespräche entscheidend voranbringt, ist allerdings fraglich.

hz FRANKFURT. „Bis zum kommenden Mittwoch muss Volkswagen sich definitiv erklären, sonst werden die Tarifgespräche abgebrochen“, sagte IG Metall Verhandlungsführer Hartmut Meine nach einem erneuten Treffen zwischen Management, Betriebsrat und Gewerkschaft. Ursprünglich hatte die Arbeitnehmerseite bereits für vergangenen Freitag mit einem Abbruch die Gespräche gedroht, falls das Unternehmen keine konkreten Zusagen machen sollte.

Das Tauziehen um eine Sanierung der ertragsschwachen Traditionsmarke VW geht damit in eine entscheidende Phase. VW-Verhandlungsführer Klaus Dierkes sagte, er sei relativ optimistisch, dass man am Mittwoch einen entscheidenden Schritt tun könne und erwarte einen Abschluss „sehr bald“.

Das VW-Management fordert eine Verlängerung der Wochenarbeitszeit ohne Lohnausgleich in den sechs westdeutschen Werken von derzeit 28,8 auf 35 Stunden. Damit will der Konzern die zu hohen Produktionskosten senken. Auch der Abbau von rund 20 000 Arbeitsplätzen steht im Raum. Nach monatelangen Sondierungen hatten beide Seiten Anfang September formelle Tarifgespräche aufgenommen.

Die Gewerkschaft und der Betriebsrat erwarten vom Vorstand im Gegenzug für ein Entgegenkommen feste Produktions- und Investitionszusagen und damit praktisch eine Beschäftigungsgarantie über 2011 hinaus. Der bestehende Tarifvertrag schließt betriebsbedingte Kündigungen bis 2011 aus.

Für beide Seiten steht viel auf dem Spiel. VW-Markenchef Wolfgang Bernhard hat bereits damit gedroht, den Nachfolger des aktuellen Golf nicht mehr im Stammwerk Wolfsburg bauen zu lassen, wenn es bei den Arbeitskosten keine Bewegung gibt. Der VW-Golf ist noch immer das mit Abstand wichtigste Modell der Marke. Kommt es zu keiner Einigung mit den Arbeitnehmern, stehen deshalb weit mehr als die 20 000 der 100 000 Arbeitsplätze auf dem Spiel, die bislang offiziell bekannt gegeben wurden. Der Druck auf VW ist groß: Viel Zeit für eine Lösung am Verhandlungstisch bleibt den Verhandlungspartnern nicht, denn noch im Herbst soll die Entscheidung über den Produktionsstandort für die nächste Golf-Generation fallen. Das Management macht aber den Zuschlag für den 2008 geplanten Nachfolger von Kostensenkungen in den deutschen Werken abhängig.

Seite 1:

IG Metall stellt VW neues Ultimatum

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%