Tarifrunde
Eon-Beschäftige treten in Warnstreik

Mit dem ersten Ausstand seit der Gründung des Konzerns im Jahr 2000 haben tausende Eon-Beschäftigte mit einem bundesweiten Warnstreik den Druck auf den Energieriesen in der laufenden Tarifrunde erhöht. Nun droht der Tarifstreit zu eskalieren.

HB DÜSSELDORF. Mit dem Ausstand unterstrichen die Beschäftigten am Mittwoch die Forderung der Gewerkschaften Verdi und IG BCE nach einem neuen Angebot. Eon bietet eine Entgelterhöhung um fünf Prozent, die Gewerkschaften verlangen 8,5 Prozent.

Verdi drohte indirekt mit einem unbefristeten Streik für den Fall, dass auch eine neue Verhandlungsrunde ohne Ergebnis bleiben sollte.

Bundesweit hätten sich etwa 9000 Beschäftigte an den Warnstreiks beteiligt und zwischen zwei und drei Stunden die Arbeit niedergelegt, sagte der Verdi-Verhandlungsleiter Volker Stüber der Nachrichtenagentur Reuters. Die Gewerkschaft IG BCE nannte ebenfalls diese Zahl.

Allein rund 1000 Eon-Mitarbeiter hätten sich am Kraftwerk Scholven im Ruhrgebiet versammelt. Der „große Zorn der Belegschaft“ sei deutlich geworden. Die Stromkunden bekamen den Ausstand aber nicht zu spüren, da Kraftwerke ausdrücklich nicht lahmgelegt werden sollten.

Stüber appellierte an das Management, ein neues, verbessertes Angebot vorzulegen. Es gebe bereits Signale, dass Eon über eine solche Offerte nachdenke. Dann könne es auch neue Verhandlungen geben.

Verdi wolle zu einer neuen, dann vierten Verhandlungsrunde auch die Große Tarifkommission einbestellen, die über die Annahme einer Einigung oder eine „weitere Auseinandersetzung“ beschließen könne: „Mach Warnstreiks liegt die Latte höher.“

Bei neuen „Aktionen“ könnten dann auch Kraftwerke betroffen sein „und Leistung von Netz gehen“. Eon müsse dann „an der Börse Strom kaufen und die Erfahrung machen, wie teuer Strom ist“, warnte er den Konzern.

Am Dienstag hatte der größte deutsche Energiekonzern sein Tarifangebot bekräftigt. Er hoffe, die Verhandlungen rasch wieder aufnehmen zu können, hatte Eon-Energie-Vorstandsmitglied Hartmut Geldmacher gesagt.

Eon bietet eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um fünf Prozent bei einer Laufzeit von 14 Monaten und eine Einmalzahlung von 400 Euro. Auszubildende sollen einmalig 100 Euro bekommen.

Im Gegenzug fordert das Unternehmen eine Erhöhung der Wochenarbeitszeit um eine auf 37 Stunden. Die Gewerkschaften Verdi und IG BCE haben das Angebot als Provokation bezeichnet, da die Reallöhne durch die verlängerte Arbeitszeit kaum stiegen.

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