Tauschverhältnis für Spin Off bekannt gegeben
Lanxess startet mit Milliarden-Hypothek

Die Aktionäre der Bayer AG sollen nach Konzernangaben bei der geplanten Abspaltung des Chemie- und Kunststoffunternehmens Lanxess für jeweils zehn Bayer-Aktien eine Lanxess-Aktie erhalten.

HB FRANKFURT. Das sehe der Abspaltungs- und Übernahmevertrag vor, über den auf der außerordentlichen Hauptversammlung am 17. November entschieden werde, teilte Bayer am Mittwoch in Leverkusen mit.

"Falls die Aktionäre dem Vorhaben mit einer Mehrheit von mindestens 75 Prozent des vertretenen Grundkapitals zustimmen, wird die Lanxess AG Anfang 2005 an die Börse gehen." Bayer habe zudem eine Pflichtwandelanleihe von Lanxess im Wert von 200 Millionen Euro erworben, teilte Bayer weiter mit.

Damit solle die Finanzausstattung und das Rating von Lanxess unterstützt werden. Die dreijährige Wandelanleihe sei am 15. September begeben worden und werde jährlich mit sechs Prozent verzinst. Die Umwandlung in Lanxess-Aktien sei ab dem 20. Juli 2005 möglich und müsse spätestens bis zum Ende der Laufzeit abgeschlossen sein.

Lanxess werde eine Nettoverschuldung von 1,5 Milliarden Euro inklusive Pensionsverpflichtungen haben, wenn die Abspaltung realisiert werde, teilte Bayer mit. Es sei nicht ausgeschlossen, dass Lanxess für 2004 und 2005 keine Dividende zahlen werde. Bereits im September hatten Medien berichtet, dass ein Bezugsverhältnis von zehn zu eins zu erwarten sei. Analysten hatten damals geschätzt, das werde zu einem fairen Wert je Lanxess-Aktie von 23 bis 27,5 Euro führen. Die Gesamtzahl der Lanxess-Aktien werde bei 73,034 Millionen liegen.

Exklusive Liefervereinbarungen

Im Zuge des größten Konzernumbaus seiner 141-jährigen Geschichte hatte Bayer den Großteil seines klassischen Chemiegeschäfts und etwa ein Drittel seines Polymergeschäfts in die neue Chemie-Gesellschaft Lanxess ausgelagert.

Die Bayer AG und ihre Chemietochter Lanxess werden auch nach deren Abspaltung und Börseneinführung im nächsten Jahr Lieferungen und sonstige Leistungen voneinander beziehen. Die Verträge werden Laufzeiten zwischen einem und sieben Jahren haben. Teilweise sollten die Lieferbeziehungen exklusiv sein, vor allem bei strategisch wichtigen Produkten.

Lanxess wird den Angaben zufolge 2005 voraussichtlich Waren und sonstige Leistungen im Umfang von rund 700 Mill. Euro an Bayer liefern. Umgekehrt dürfte sich das Volumen auf etwa 500 Mill. Euro belaufen. Darüber hinaus werde Lanxess Standortdienstleistungen des bisherigen Mutterkonzernn im Wert von etwa 500 Mill. Euro beziehen. Die Chemiepark-Standorte wollen beide Seiten künftig gemeinsam betreiben.

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