Technische Störung auf dem Mars
Panne bei „Phoenix“ - Roboterarm funktionierte nicht

Der Einsatz der Marssonde "Phoenix" verzögert sich wegen eines technischen Problems. Wegen einer Störung des Funksystems konnte der Roboterarm der Sonde nicht ausgefahren werden. Die NASA rechnet mit baldiger Behebung der Störung.
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WASHINGTON- Zwei Tage nach der glücklichen Landung der US-Raumsonde "Phoenix" auf dem Mars hat es am Dienstag eine Panne gegeben. Der Roboterarm, der Bodenproben des Roten Planeten zur Untersuchung auf Spuren von Leben sammeln soll, konnte wegen eines Kommunikationsproblems zunächst nicht aktiviert werden. Es handele sich aber lediglich um eine "vorübergehendes Problem", der 2,3 Meter lange Roboterarm solle jetzt an diesem Mittwoch in Gang gesetzt werden, teilte die NASA am Dienstag in Pasadena (Kalifornien) mit.

Ursache sei vermutlich, dass sich das Kommunikationssystem auf "stand by" geschaltet habe, sagte der Projektmanager Fuk Li. Es gebe keinen Anlass zur Sorge. ""Phoenix" ist in guter Verfassung, alles läuft gut", sagte der Experte. "Ich denke nicht, dass wir ein Problem haben", bekräftigte der wissenschaftliche Leiter der Mission, Peter Smith. Zunächst sollten alle Geräte durchgetestet werden. Bis der dreibeinige "Phoenix" mit dem Graben und der Untersuchung von Bodenproben beginnen kann, wird wohl noch eine Woche vergehen.

"Phoenix" war in der Nacht zum Montag nach fast zehn Monaten und einer 680 Millionen Kilometer langen Reise weich in der Nordpol-Region des Mars gelandet. Danach lieferte die Sonde bereits zahlreiche Bilder unseres Nachbarplaneten. Zudem sorgte ein "Schnappschuss" für Entzücken unter den Wissenschaftlern: Die NASA-Raumsonde "Mars Reconnaissance Orbiter", die den Nachbarplaneten umkreist, konnte aus dem All fotografieren, wie "Phoenix" am Fallschirm auf die Marsoberfläche niederging. Es sei das erste Mal, dass eine Raumsonde von einer zweiten bei der Landung auf einem anderen Planeten fotografiert worden sei, hieß es bei der NASA.

Die Forscher begannen bereits, die ersten Mars-Aufnahmen des Neuankömmlings auszuwerten. "Wir können Risse in den Mulden (auf dem Planeten) erkennen, was vermuten lässt, dass das Eis die Oberfläche weiterhin verändert", sagte Peter Smith von der Universität von Arizona. "Wir sehen auch frische Risse."

Hauptaufgabe der Sonde, die auch eine Spezialkamera aus Deutschland an Bord hat, ist die Suche nach Wasser damit und nach Spuren einfachsten Lebens auf dem Mars. In den nächsten drei Monaten - dann ist Frühling und Sommer im Landegebiet auf dem Roten Planeten - soll der Roboterarm den gefrorenen Polarboden durchgraben. Die Expedition wird unter anderem untersuchen, ob das Eis nahe der Mars oberfläche regelmäßig schmilzt. Das würde bedeuten, dass es dort einen Lebensraum für Mikroorganismen geben könnte. Die Forscher vermuten, dass etwa 30 Zentimeter unter der Marsoberfläche Eis liegt. Darin könnte die Sonde organische Verbindungen entdecken.

Die erfolgreiche Landung der Sonde gilt als wichtiger Schritt in der Raumfahrt. In den vergangenen Jahrzehnten waren mehr als die Hälfte der Mars-Missionen gescheitert. Auch das Aufsetzen von "Phoenix" galt als "Zitterpartie". Die Sonde musste vom Eintritt in die Marsatmosphäre bis zur Landung innerhalb weniger Minuten von rund 20 000 auf etwa 10 Kilometer pro Stunde abgebremst werden. Das gesamte Projekt "Phoenix" kostet nach Angaben der NASA 420 Millionen Dollar (knapp 310 Millionen Euro).

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