Terex und Konecranes
Kranhersteller suchen nach Übernahmegelegenheiten

Der US-Kranhersteller Terex will auf Einkaufstour gehen. Der deutsche Rivale Demag Kranes gehört aber wohl nicht zu den Übernahmekandidaten. Denn der Aktienkurs der Düsseldorfer war zuletzt deutlich gestiegen. Der finnische Kaufinteressent Konecranes schließt eine Übernahme dagegen nicht aus.
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HB CICAGO. Der US-Kranhersteller Terex will nach Worten von Konzernchef Ron DeFeo den Großteil seiner Barmittel von 1,35 Mrd. Dollar für die richtige Übernahmegelegenheit nutzen. Das Unternehmen habe Transaktionen in der Spanne von 500 Mio. bis eine Milliarde Dollar angestrebt, sagte DeFeo der Nachrichtenagentur Reuters.

Er nannte es unwahrscheinlich, dass sein Unternehmen selbst zum Übernahmeziel werde.

Zuletzt war aus Kreisen verlautet, dass Terex sich aus einem Bieterrennen um den deutschen Rivalen Demag Cranes vorerst heraushalten werde. Der in den vergangenen Tagen rasant gestiegene Aktienkurs des Düsseldorfer Unternehmens spreche derzeit gegen ein Angebot, hatten mehrere mit den Plänen vertraute Personen gesagt. „Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben“, betonte einer der Insider. In der Terex-Zentrale gehe man davon aus, dass der von Übernahmespekulationen nach oben getriebene Demag-Kurs in den nächsten Wochen wieder sinken werde.

Im Kampf um die Zukunft des Düsseldorfer Kranbauers Demag Cranes schlägt der finnische Kaufinteressent Konecranes dagegen eine härtere Gangart an. Konecranes-Chef Pekka Lundmark schließt eine feindliche Übernahme nicht mehr aus. „Unsere klare Präferenz ist es, mit dem Demag-Management ins Gespräch zu kommen“, sagte Lundmark laut Medienberichten. Es sei sinnvoll, einen großen europäischen Kranhersteller zu schaffen, um der wachsenden Konkurrenz aus Schwellenländern Paroli zu bieten. „Von Anfang an war unser Eindruck, dass das Demag-Management daran nicht interessiert ist“, fügte Lundmark hinzu.



Die Finnen hatten Anfang Oktober ihr Interesse an einer Übernahme von Demag Cranes öffentlich bekundet. Der Demag-Vorstand um Aloysius Rauen hatte den Vorstoß von Konecranes und eines weiteren Interessenten, des US-Baumaschinenherstellers Terex, jedoch zurückgewiesen. Der Vorstand habe die ausländischen Offerten sorgfältig geprüft und in Übereinstimmung mit dem Aufsichtsrat entschieden, dass weiterführende Gespräche darüber nicht im Sinne des Unternehmens seien. Demag Cranes verfolge eine klare “Stand-alone-Strategie“.

Demag Cranes ist einer der weltweit führenden Anbieter von Industriekranen und Krankomponenten. Attraktiv ist aber auch sein starkes Standbein im Servicegeschäft. Das Unternehmen beschäftigt rund 6 000 Mitarbeiter und erzielte zuletzt einen Umsatz von gut einer Milliarde Euro.

Wegen der Übernahmespekulationen hatte sich der Kurs der Demag-Aktie zwischenzeitlich um mehr als 50 Prozent erhöht, zuletzt aber wieder deutlich nachgegeben. Am Donnerstag schloss die im MDax notierte Aktie mit einem Minus von 3,4 Prozent bei 35,90 Euro.

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