Topmanager offenbar zu Gehaltsverzicht bereit
Daimler-Chrysler rechnet mit baldigem Streikende

Daimler-Chrysler-Chef Schrempp geht davon aus, den Streit mit den Gewerkschaften um längere Arbeitszeiten in Kürze beenden zu können. Die Streiks in Sindelfingen und Untertürkheim wurden unterdessen am Samstag fortgesetzt.

HB BERLIN. Der Chef des Automobilherstellers Daimler-Chrysler, Jürgen Schrempp, rechnet im Streit um Arbeitszeiten mit den Gewerkschaften und Beschäftigungen mit einer raschen Einigung. «Ich bin zuversichtlich, dass wir in Kürze eine Lösung herbeiführen», sagte Schrempp der «Welt am Sonntag» (WamS). Die Tarifparteien befänden sich in «konstruktiven Verhandlungen». Über die bisher erreichten Ergebnisse wolle er aber nicht öffentlich diskutieren.

Laut dem Nachrichtenmagazin «Spiegel» haben sich Gewerkschaften und Arbeitgeber bereits auf eine 40-Stunden-Woche für die 20.000 Beschäftigten in Forschung, Entwicklung und Produktionsplanung verständigt. Die zusätzlichen Stunden werden dem «Spiegel» zufolge bezahlt – aber zu dem üblichen Stundenlohn ohne Überstundenzuschlag. Beschäftigte in Kantine, Druckerei, beim Werksschutz und bei den Reinigungsdiensten sollen künftig außerdem einen Ergänzungstarifvertrag bekommen, der an die Stelle der teureren Tarife in der Metallindustrie träte.

Wie die «Bild am Sonntag» am Samstag vorab berichtete, sind Vorstand und Topmanager von Daimler-Chrysler bereit, auf zehn Prozent ihres Gehalts zu verzichten. Voraussetzung sei eine Lösung im Streit um die Einschnitte für die Mitarbeiter im Werk Sindelfingen, meldete die Zeitung unter Berufung auf Unternehmenskreise. Der Vorstand will demnach dem Betriebsrat in den bevorstehenden Verhandlungen ein entsprechendes Angebot unterbreiten.

Unterdessen gingen die Streiks in den Werken Sindelfingen und Untertürkheim am Samstag weiter. In Sindelfingen verweigerten nach Angaben des Gesamtbetriebsrates 12.000 Mitarbeiter die so genannte Flexischicht. Die dafür notwendigen Überstunden wurden nicht geleistet – der Produktionsausfall belief sich auf 1000 Fahrzeuge. In Stuttgart-Untertürkheim traten 2500 Mitarbeiter ihren Dienst nicht an.

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