Tracinda für Allianz mit Renault
Kerkorian will mehr Macht bei GM

Während die Branche auf den einen Seite weiter über eine Allianz von General Motors (GM) mit den Konkurrenten Renault-Nissan spekuliert will der US-Investors Kirk Kerkorian auf der anderen Seite seinen Einfluss bei dem angeschlagenen US-Autokonzern ausbauen.

HB NEW YORK. Kerkorian habe angedacht, über seine Investmentfirma Tracinda bis zu zwölf Millionen zusätzliche Anteilsscheine zu erwerben, erklärte die US-Börsenaufsicht SEC am Donnerstag. Kerkorian hält derzeit 9,9 Prozent an GM. Ein Aufstocken auf zehn Prozent oder mehr müsse von den Regulierungsbehörden genehmigt werden, hieß es in der SEC-Meldung. Die GM-Aktie legte darauf an der New Yorker Börse um über drei Prozent zu.

Hintergrund einer möglichen Aufstockung des Aktienpakets sind offenbar die Gespräche über eine Zusammenarbeit, die das GM-Management mit seinen Kollegen von Renault und Nissan führt. „Tracinda glaubt weiterhin, dass eine Allianz eine große Chance ist“, erklärte Kerkorians Investmentfirma in einem Schreiben an GM der SEC zufolge. GM müsse dies aktiv vorantreiben.

Der Großaktionär hatte den US-Konzern im Sommer aufgefordert, eine Partnerschaft mit den französischen und japanischen Konkurrenten zu sondieren. Renault hält einen 44-prozentigen Kontroll-Anteil an Nissan, Nissan hält wiederum 15 Prozent der Aktien des französischen Konzerns. Branchenprimus GM ist finanziell schwer angeschlagen und verbuchte im vergangenen Jahr einen Verlust von mehr als zehn Mrd. Dollar.

GM knüpft Schicksal nicht an Dreier-Allianz

Der angeschlagene US-Autokonzern selber knüpft sein Schicksal jedoch nicht an eine Allianz mit dem französischen Konkurrenten. „Wir haben eine umfassende Restrukturierungs- und Wachstumstrategie für GM, die sehr gut funktioniert. Das ist es, was das Unternehmen rettet und zum Erfolg führen wird“, machte GM-Chef Rick Wagoner am Donnerstag auf dem Pariser Autosalon deutlich. „Wir konzentrieren uns weiter darauf, unser eigenes Geschäft wieder profitabel zu machen.“ Die Sanierungsbemühungen gingen „in halsbrecherischem Tempo“ voran, ergänzte er.

Grundsätzlich sei GM offen für eine Zusammenarbeit der drei Autokonzerne, die derzeit geprüft wird. Das erste Treffen mit seinem Renault-Nissan-Kollegen Carlos Ghosn seit der Vereinbarung von Sondierungen sei gut verlaufen, sagte Wagoner. „Es war eine sehr faktenbasierte Unterhaltung. Es gab eine sehr sorgfältige Betrachtung rund um Synergien.“ Über den möglichen Ausgang der bis 15. Oktober terminierten Gespräche äußerte er sich nur wenig. „Es kann sein, dass weitere Analysen vereinbart werden oder es wird eine Entscheidung geben, ob ein Zusammenschluss weiter verfolgt wird oder nicht“, sagte er.

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