Trans-Alaska Pipeline
Rost bedroht die Öl-Schlagader der USA

Lecke Öl-Pipelines im größten Abbaugebiet der USA, der Prudhoe Bay, sind nach Meinung von Experten nur ein Ausschnitt eines weit größeren Problems. Mussten bislang nur Zulieferleitungen stillgelegt werden, weil sie vom Rost angefressen waren, könnte es im schlimmsten Falle auch die Hauptleitung treffen. Eine Umweltkatastrophe droht.

DÜSSELDORF. Die drei Konzerne, denen Prudhoe Bay gehören – BP, Conoco-Phillips und Exxon Mobil – sind auch Anteilseigner der 1 280 Kilometer langen Trans-Alaska Pipeline, die das Öl von den Förderstätten im Norden bis an die Südküste Alaskas transportiert. „Die Rostprobleme, die jetzt diskutiert werden, betreffen nur die Zulieferleitungen“, sagt der Ölexperte Richard Fineberg. „Aber es gibt wenig Grund zu der Annahme, dass bei der Trans-Alaska Pipeline ein radikal anderes Wartungsmanagement herrscht als bei den Zulieferleitungen. Im Gegenteil.“

Nach Angaben von BP wird die riesige Leitung weit häufiger gewartet als die jetzt in der Kritik stehenden Zulieferleitungen. Die Luftüberwachung finde mehrmals am Tag statt, alle zwei Wochen würden Spezialsonden durch die Rohre geschickt.

Trotzdem gab es immer wieder Probleme. Richard Fineberg beschäftigt sich seit drei Jahrzehnten mit der Erdölindustrie in Alaska. Er war von 1986 bis 1989 Chefberater des Gouverneurs von Alaska bei der Öl- und Gaspolitik und ist bis heute viel beachteter Ölexperte.

2002 war Fineberg an einer Untersuchung der Trans-Alaska Pipeline beteiligt. Dabei wurden zahllose Pannen, Unglücke und Managementfehler aufgedeckt. In dem Untersuchungsreport zitierte interne Dokumente belegen, dass Maschinen für die Bearbeitung der Pipeline schlecht gewartet waren, Mitarbeiter unzureichend angelernt wurden und sich diese Zustände trotz ihres Bekanntwerdens jahrelang nicht besserten. Bei einem Untersuchungsausschuss im November 1993 wandte sich der Abgeordnete John Dingell mit den Worten an Richard Olver, dem damaligen Chef der British Petroleum Exploration: „Ich sehe all diese Worte in Ihrer Präsentation, die ich schon in dem Dokument von 1990 gesehen habe. Und in all dieser Zeit, Gentlemen, ist nichts passiert.“

Die Trans-Alaska Pipeline wird von der Alyeska Pipeline Service Company betrieben. Sie wurde von 1975 bis 1977 für rund acht Mrd. Dollar gebaut. Firmenaussagen aus der dieser Zeit zeigen, dass Alyeska die Rostgefahr stark unterschätzte. Auf die Frage eines Reporters wie lange die Pipeline halte, antwortete ein Sprecher: „Die Leitung ist auf 30 Jahre ausgelegt. Tatsächlich ist aber die Lebensdauer weit länger. Wir haben nur wenige Korrosionsfaktoren.“

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