Transport-Flugzeug
US-Militär entscheidet sich gegen EADS

Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS ist bei einer Ausschreibung des US-Militärs für ein neues Frachflugzeug leer ausgegangen. Ein Konsortium mit dem Erzrivalen Boeing erhielt den Zuschlag. Doch die Airbus-Mutter EADS hat noch die Chance, an einen wesentlich lukrativeren Auftrag heranzukommen.

HB WASHINGTON. Eine von der L-3 Communications Holding angeführte Gruppe habe den Zuschlag für den 2 Mrd. Dollar schweren Auftrag erhalten, teilte das US-Verteidigungsministerium am späten Mittwochabend mit. Zusammen mit Boeing, Alenia Nordamerika, Rolls-Royce und Honewell soll L-3 in den kommenden fünf Jahren 78 Frachtmaschinen an die Streitkräfte liefern. EADS hatte sich zusammen mit dem US-Unternehmen Raytheon um den Auftrag beworben.

Das Turboprop-Modell C-27J, das die Vereinigten Staaten nun einsetzen wollen, ist bereits von Griechenland, Litauen, Italien und Bulgarien bestellt worden. Das Flugzeug wurde für Starts und Landungen auf kurzen Bahnen konstruiert, wie sie auch im Irak und Afghanistan verbreitet sind. Hinter dem Flieger steckt Alenia, eine Tochter des italienische Finmeccanica-Konzerns.

Tankerflotte erneuern

EADS darf sich allerdings berechtigte Hoffnungen machen, noch bei einem weitaus größeren Auftrag der US-Streitkräfte zum Zug zu kommen. Darauf weisen Aussagen des Stabschefs der US-Luftwaffe hin, der zur kompletten Erneuerung der Air-Force-Tankerflotte auf mehr als nur einen Anbieter zurückgreifen will. General Michael Moseley sagte im Februar vor Journalisten in New York: "Ich denke, es wird am Ende auf eine gemischte Flotte hinauslaufen." Es sei künftig durchaus von Nutzen, wenn die US-Luftwaffe sowohl größere als auch kleinere Tanker in ihrer Flotte habe, ergänzte er.

Beobachter werten die Aussagen Moseleys als deutliches Indiz, dass EADS/Airbus bei dem Multi-Milliardenauftrag zumindest einen Anteil bekommen dürfte. Die Europäer bieten gemeinsam mit ihrem US-Partner Northrop Grumman einen Tanker auf Basis des Passagierflugzeugs A330 an, der größer ist als die KC-767 des Rivalen Boeing und deutlich mehr Fracht transportieren kann. Das Konsortium sieht die Größenvorteile des Airbus-Jets als wichtiges Verkaufsargument, weil die US-Luftwaffe auf Jahrzehnte alten Frachtmaschinen sitzt, deren Wartungskosten aus dem Ruder laufen.

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