Trendwende in Sicht
Europäischer Automarkt legt leicht zu

Erstmals seit eineinhalb Jahren sind in Europa wieder mehr Neuwagen verkauft worden. Vor allem in Spanien und Großbritannien schlugen mehr Käufer zu. Ein deutscher Hersteller muss allerdings einen Rückgang verdauen.
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BrüsselLichtblick in der europäischen Autokrise: Erstmals seit September 2011 wurden in Europa in einem Monat wieder mehr Autos verkauft. Die Neuzulassungen seien im April im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,7 Prozent auf 1,038 Millionen Pkw gestiegen, teilte der europäische Branchenverband ACEA am Freitag in Brüssel mit.

Das Plus dürfte zwar nur zwei zusätzlichen Arbeitstagen zu verdanken sein. In den vergangenen Monaten waren die Neuzulassungen allerdings immer wieder prozentual zweistellig nach unten gerauscht.

Doch nicht überall in Europa konnten sich die Automärkte überholen: Während Deutschland (plus 3,8 Prozent), Spanien (plus 10,8 Prozent) und Großbritannien (plus 14,8 Prozent) klare Zuwächse verzeichnen konnten, mussten Frankreich (minus 5,8 Prozent) und Italien (minus 10,8 Prozent) deutliche Rückgänge hinnehmen.

Unter den großen deutschen Herstellern verdarb lediglich BMW die Erfolgsbilanz: Die Neuzulassungen der Münchener gingen um 3,7 Prozent zurück. Daimler konnte hingegen seine Verkäufe um deutliche 10,7 Prozent steigern, Volkswagen um 9,9 Prozent.

Eine Marke stach bei den Wolfsburgern besonders hervor: Seat. Die spanische Tochter legte um 37,5 Prozent zu und profitierte offenbar von der Erholung des Automarktes im Heimatland. Ein Plus in ähnlicher Größenordnung konnte sonst nur die Renault-Marke Dacia verbuchen, die im April 28,2 Prozent mehr Autos verkaufte.

Die größten Verluste mussten Fiats Alfa Romeo (minus 33,1 Prozent), die General-Motors-Marke Chevrolet (28,8) und Toyotas Luxusmarke Lexus (24,2) hinnehmen.

Mit den Zuwächsen anderer Länder kann Europa aber bei weitem nicht mithalten. Dem Verband der Automobilindustrie (VDA) zufolge legten die Verkaufszahlen überwiegend stärker zu: In den USA kletterte der Absatz um 8,4 Prozent nach oben. China (plus 18,8 Prozent) und Brasilien (29,6 Prozent) wuchsen kräftig, während es in Japan nur zu einem mageren Aufschlag von 0,7 Prozent reichte.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Tobias Döring, Redakteur Unternehmen, Handelsblatt Online
Tobias Döring
Handelsblatt / Chef vom Dienst

Kommentare zu " Trendwende in Sicht: Europäischer Automarkt legt leicht zu"

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  • habe ich gestern 10 Autos verkauft und heute 20,sind es 100%
    mehr verkaufter Wagen.
    Die 100% an mehr verkauten Autos haben sicher Aufstocker gekauft oder?
    Autos mit einer Tageszulassung,gelten auch als verkauft.Alter Trick der Hersteller,so sollen wir wieder
    glauben alles sei Germany bestens.

  • Ja, ja die Autos in den Südländern werden auf Target2 Konten verbucht. Schöner Wachstum!

  • Bestenfalls Stabilisierung auf niedrigen Niveau.
    Also nicht euphorisch werden, denn

    a) im April war endlich der lange Winter vorbei und

    b) "das Plus dürfte allerdings nur zwei zusätzlichen Arbeitstagen zu verdanken sein." (Quelle: ksta)

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