Trotz Bauflaute
Heidelcement profitiert von Hanson-Übernahme

Der Bauboom in den USA, Großbritannien und Spanien ist vorbei. Dennoch steigert Deutschlands größter Baustoffhersteller den Umsatz und das operative Ergebnis im zweiten Quartal deutlich. Die milliardenschwere Übernahme des britischen Baustoffherstellers Hanson zahlt sich aus.

HB DÜSSELDORF. Mit einem erneuten Kostensparprogramm, Kapazitätskürzungen und Preiserhöhungen will Heidelberg-Cement sicherstellen, am Jahresende die versprochenen deutlich zweistelligen Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis abliefern zu können.

Durch die gut 14 Milliarden Euro teure Übernahme von Hanson sprang der Umsatz in den Monaten April bis Juni auf 3,87 Milliarden Euro von 2,38 Milliarden ein Jahr zuvor. Der schwache Wohnungsbau in den USA in Folge der Finanzkrise führte dort zwar zu einer schleppenden Nachfrage nach Zement. Dagegen waren Beton-Zuschlagstoffe wie Sand oder Kies sowie Transportbeton weitweit lebhaft gefragt, da die Baubranche in Osteuropa, Asien und Australien boomt.

Der operative Gewinn verbesserte sich im Frühjahrsquartal auf 698 Millionen Euro von 506 Millionen vor Jahresfrist. Durch die Schließung einiger Verwaltungsstellen in Großbritannien, die Bündelung des Einkaufs und die Zusammenlegung der Informationstechnik sparte Heidelberg-Cement bei der Hanson-Integration viel Geld. Von dem bis zum Jahr 2010 anvisierten Einsparpotenzial von insgesamt gut 400 Millionen Euro würden bis Jahresende voraussichtlich bereits 45 Prozent realisiert, teilte Heidelberg-Cement mit.

Der Überschuss nach Anteilen Dritter fiel in diesem Frühjahr mit 410 Millionen Euro jedoch deutlich geringer aus als im Vorjahresquartal mit 1,2 Milliarden Euro. Im zweiten Quartal 2007 hatte Heidelberg-Cement seine Beteiligung am französischen Wettbewerber Vicat versilbert, um die Hanson-Übernahme teilweise zu finanzieren.

Für das Gesamtjahr zeigte sich das MDax-Unternehmen weiterhin optimistisch. Danach sollen Umsatz und Ergebnis "deutlich zweistellig" steigen. Insgesamt erwartet Heidelberg-Cement zwar eine globale Wachstumsabschwächung in den Jahren 2008 und 2009. Dennoch seien die mittelfristigen Perspektiven "für unsere Industrie weiterhin aufwärtsgerichtet", hieß es. Das Unternehmen sei sowohl hinsichtlich seiner Produktpalette als auch der regionalen Standortverteilung auf fünf Kontinenten gut positioniert, um daran zu partizipieren.

Um den stark gestiegenen Brennstoff- und Transportkosten zu begegnen, will Vorstandschef Bernd Scheifele abermals ein Kostensenkungsprogramm auflegen, das die Ausgaben um 250 Millionen Euro drücken soll. Dazu will Heidelberg-Cement in seinen Zementöfen noch mehr Müll oder Reifen verfeuern, um die Preissprünge bei Importkohle, Erdgas und Erdöl abzufedern. Die Vertriebs- und Verwaltungskosten will der Vorstandschef pauschal um fünf Prozent kürzen, Neueinstellungen beschränken und Produktionskapazitäten kürzen. Auch an der Preisschraube will Scheifele drehen und kündigte Preiserhöhungen für alle Produkte von zehn bis 25 Prozent an.

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