Trotz Schuldenkrise
Nestlé holt immer mehr Umsatz in Schwellenländern

Nestlé hat im vergangenen Jahr seinen Gewinn um 8,1 Prozent gesteigert. Mit einem Nettogewinn von 9,5 Milliarden Franken ist der Schweizer Lebensmittelkonzern stärker gewachsen als von Analysten erwartet.
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Zürich/VeveyDer Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestle holt sich mit kräftigen Investitionen in Werbung und Marketing immer mehr Umsatz in Schwellenländern. 2011 verbuchte der größte Lebensmittelhersteller der Welt in den sogenannten aufstrebenden Märkte mit gut 13 Prozent dreimal soviel Wachstum wie in den Industrieländern.

„Indem wir neue Konsumenten in den aufstrebenden Märkten an unsere Marken heranführen, oder indem wir auf das Verhältnis der Konsumenten zu unseren Marken in den Industrieländern aufbauen“, schaffe der Konzern neue Möglichkeiten, erklärte Konzernchef Paul Bulcke am Donnerstag bei der Vorstellung der Bilanz. Allein in China will der Konzern demnächst fünf Milliarden Franken im Jahr umsetzen.

Was sich der Hersteller von Maggi-Suppen, Nespresso-Kaffeesystemen, KitKat-Schokoriegeln und Friskies-Tierfutter Marketing und Werbung kosten lässt, wird nicht genau offengelegt. Finanzchef James Singh sagte lediglich, im vergangenen Jahr seien die Ausgaben um 2,5 Prozent zurückgefahren worden, nachdem sie 2009 und 2010 jeweils um mehr als zehn Prozent gestiegen waren. Das für die Verbraucher sichtbare Marketing sei praktisch gleich geblieben.

Die Euro-Schuldenkrise und höhere Rohstoffkosten konnten die Schweizer nicht bremsen. Selbst in der Problemländer-Gruppe Portugal, Italien, Griechenland und Spanien konnte Nestle im letzten Jahr mehr verkaufen. Konzernweit gelang es, die Verkaufspreise um 3,6 Prozent nach oben zu schrauben und zugleich die Verkaufsmenge um 3,9 Prozent auszudehnen.

Insgesamt verbesserte sich so das organische Wachstum, das Wechselkurseffekte ebenso wie Firmenzukäufe ausblendet, auf 7,5 Prozent von 6,2 Prozent im Jahr davor. Entgegen den Erwartungen von Analysten gelang dem Konzern sogar ein Jahresendspurt. Rivalen wie Danone und Unilever habe Nestle damit deutlich hinter sich gelassen, erklärte Vontobel-Analyst Jean-Philippe Bertschy.

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