Trotz Verkaufseinbrüchen
Opel will bei Investitionen nicht kürzen

Während Wettbewerber Investitionen in Europa kürzen bleibt man bei Opel auf dem eingeschlagenen Kurs. Kürzungen erteilte Unternehmenschef Karl-Friedrich Stracke eine Absage.
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Monte CarloDer angeschlagene Autobauer Opel will trotz Absatzschwäche und drastischer Sparpläne seine Investitionen nicht kürzen. „Wir werden deutlich in Opels Produktpalette investieren“, bekräftigte der Chef der General-Motors -Tochter, Karl-Friedrich Stracke, am Donnerstag auf einer Branchenveranstaltung in Monte Carlo. „Ich habe mit Interesse zur Kenntnis genommen, dass einige unserer maßgeblichen Wettbewerber Pläne haben, Produktinvestitionen zu kürzen.“ So hatte vergangene Woche Fiat angekündigt, seine Investitionen in Europa von 7,5 Milliarden Euro um 500 Millionen Euro zu reduzieren.

Neben Fiat und Opel leiden auch Konkurrenten wie Peugeot und Ford unter der Absatzschwäche in Südeuropa, wo wegen der Schuldenkrise und der hohen Arbeitslosigkeit kaum neue Autos verkauft werden. Die chronisch defizitäre GM-Tochter Opel verhandelt deshalb mit den Arbeitnehmern über weitere Einsparungen und will ihre Produktionskapazitäten verringern. Das Werk in Bochum soll nach 2016 geschlossen werden, wenn das aktuelle Modell des Familien-Van Zafira ausgelaufen ist. Im Gegenzug sollen bis dahin für alle vier Standorte von Opel in Deutschland betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen werden. Teil der angestrebten Vereinbarung mit den Arbeitnehmern soll auch die Umsetzung des Tarifabschlusses in der Metall- und Elektroindustrie sein, die eine Lohnerhöhung von 4,3 Prozent vorsieht.

In einer Woche will Stracke dem Aufsichtsrat bekanntgeben, wie er Opel in die Gewinne führen will. Dabei sollen dem Rüsselsheimer Traditionsunternehmen auch neue Modelle helfen, ebenso wie der Export außerhalb Europas, unter anderem nach China. Opels Preis-Philosophie werde darauf gerichtet sein, erschwingliche Autos zu verkaufen, sagte Stracke. Opel dürfe seine Kundenbasis nicht verlieren. „Und wir haben den Fokus auf unsere Marke verloren - die Kunden müssen verstehen, wofür Opel steht. Wir müssen mehr Marktanteile gewinnen auf profitable Art und Weise.“ Vertriebschefin Imelda Labbe hatte angekündigt, mit den nächsten Modelle werde Opel in Segmente vordringen, in denen der Autobauer bisher nicht vertreten war.

In den nächsten Monaten sollen mehrere neue Modelle auf den Markt kommen: Eine Limousinen-Version des Kompaktwagens Astra, der Minivan Mokka und der Kleinwagen Adam. Einem Vorabbericht des Magazins „Auto Bild“ zufolge wird das nächste Cabriolet von Opel, das 2013 auf den Markt kommt, nicht Astra heißen, sondern einen eigenen Namen tragen. Das Cabriolet sei höher positioniert als der Astra. Das Verdeck bestehe auf mehrlagigem Stoff und verschwinde gänzlich im Verdeckkasten.

Der Opel-Chef kündigte zudem an, dass im kommenden Monat eine Kooperation mit dem Peugeot-Logistiker Gefco bekannt gegeben werde. Gefco bringt Autos von Peugeot und anderen Herstellern von den Werken zu den Händlern. Für Opel könnte eine Zusammenarbeit Einsparungen bringen. Mit der Konzernmutter GM arbeitet Peugeot bereits an einer Einkaufs-Allianz, um Kostenvorteile zu heben. Die Unternehmen gehen davon aus, dass dadurch nach fünf Jahren zwei Milliarden Euro jährlich eingespart werden können.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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