Turbinenbauer
MTU profitiert von Schwellenländern

Das Geschäft mit Fluglinien aus Asien, dem Nahen Osten und Lateinamerika läuft gut für MTU Aero Engines. Der Turbinenbauer konnte so seinen Umsatz und Gewinn deutlich steigern - und strebt ehrgeizige Ziele an.
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MünchenJunge Triebwerksgenerationen sorgen beim Turbinenbauer MTU Aero Engines für Umsatz- und Gewinnschub. Die Einnahmen seien im vergangenen Jahr verglichen mit 2010 um acht Prozent auf 2,93 Milliarden Euro gestiegen, teilten die Münchner am Donnerstag mit. Der Überschuss kletterte um sieben Prozent auf 196,6 Millionen Euro. Seinen Aktionären will MTU eine um ein Zehntel höhere Dividende von 1,20 Euro je Aktie gönnen.

Vor allem das Geschäft mit Antrieben für zahlreiche Airbus- und Boeing-Verkehrsmaschinen brumme, erklärte Vorstandschef Egon Behle. Und 2012 werde der Trend ungebrochen anhalten. Vor allem Fluglinien aus Asien, dem Nahen Osten und Lateinamerika bestellten neue Maschinen. „MTU wird 2012 von der Marktentwicklung profitieren und rechnet mit einem Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich“, hieß es. Der Gewinn werde gar um zehn bis zwölf Prozent zulegen. Der Umsatzanteil neuer Triebwerksfamilien werde zunehmen und so auch das zuletzt geschrumpfte Militärgeschäft wettmachen. Die meisten Aufträge für das Triebwerk des neuen Airbus A320 neo, das MTU unter anderem zusammen mit seinem Stammpartner Pratt & Whitney baut, seien erst 2012 verbucht worden. Der Antrieb hat sich zu einem Überraschungserfolg für MTU und seine Konsorten entwickelt. Allein auf der Luftfahrtmesse in Singapur im Februar bestellten Kunden Turbinen im Wert von fast einer halben Milliarde Euro, vornehmlich für A320-Jets.

Der Konzern sei auf gutem Weg, seine mittelfristigen Ziele zu erreichen. Bis 2020 will MTU seinen Umsatz auf rund sechs Milliarden Euro verdoppeln und eine operative Marge von mindestens zwölf Prozent erwirtschaften. Insidern zufolge kann MTU dafür auf Zukäufe verzichten. So habe sich das Unternehmen jüngst aus dem Bieterrennen um die Turbinentechnik der schwedischen Volvo zurückgezogen. Die „Financial Times Deutschland“ berichtet in ihrer Donnerstagausgabe unter Berufung auf Branchenkreise, MTU hätten die Zukunftschancen und die Ertragskraft der Skandinavier angesichts eines Preises von um die 800 Millionen Euro enttäuscht. Analysten zeigten sich enttäuscht. „Wir hätten eine Übernahme von Volvo Aero begrüßt, weil MTU dadurch seine Marktposition und gleichzeitig seinen Gewinn hätte stärken können“, erklärte Markus Turnwald von der DZ Bank.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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