Übernahme
Autozulieferer Keiper geht an Johnson Controls

Noch im alten Jahr gibt es Klarheit: Der Autozulieferer Keiper wird vom US-Konzern Johnson Controls übernommen. Der Verkauf soll noch im ersten Halbjahr vollzogen sein. Was das für die 4 750 Mitarbeiter bedeutet, bleibt vorerst unklar.
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HB KAISERSLAUTERN. Der Autozulieferer Keiper wird an das US-Unternehmen Johnson Controls verkauft. Zugleich sichert sich Johnson auch das Automotive-Geschäft von Recaro mit Sitz in Kirchheim/Teck, wie die Keiper am Donnerstag in Kaiserslautern mitteilte. Insgesamt werde der US-Konzern weltweit 13 Standorte mit 4750 Mitarbeitern übernehmen, davon arbeiten etwa 2800 in Deutschland. Keiper und Recaro Automotive, die für 2010 einen Umsatz von zusammen rund 750 Millionen Euro erwarten, könnten sich in einem weltweit führenden Unternehmen weit besser entwickeln als in einem mittelständischen Umfeld, hieß es zur Begründung.

An den pfälzischen Standorten Rockenhausen und Kaiserslautern beschäftigt Keiper den Angaben zufolge rund 2300 Menschen. Der 2. Bevollmächtigte der IG Metall in Kaiserslautern, Alexander Ulrich, kündigte Verhandlungen mit dem US-Konzern an. "Für die Mitarbeiter ist eine Beschäftigungssicherung und das Festhalten an der Tarifbindung das wichtigste", sagte Ulrich der dpa. Die Keiper- Beschäftigten hatten zuletzt wiederholt wegen der unklaren Zukunft des Unternehmens protestiert.

An den weiteren vom Verkauf betroffenen deutschen Standorten in Remscheid und Kirchheim/Teck sind den Angaben zufolge etwa 200 und rund 300 Mitarbeiter beschäftigt. Konkrete Angaben zur Zukunft der Jobs wurden in der Mitteilung nicht gemacht. Ein Sprecher von Keiper Recaro sagte, Johnson sehe den Bereich als ein Zukunftsgeschäft und nicht als Restrukturierungsfall.

Der Verkauf soll im ersten Halbjahr 2011 vollzogen werden, noch steht die Zustimmung der Kartellbehörden aus. Die Keiper gehörte bislang zur Putsch-Holding. Putsch wird die verbliebenen Geschäfte in einer neu formierten Recaro Gruppe fortführen. Dazu zählen die Produktion von Flugzeugsitzen, Kindersitzen und Polstermöbeln. Der Gesellschafter Martin Putsch sagte, der Verkauf des Automotive-Bereichs sei für die Unternehmensgruppe "ohne Zweifel eine große Zäsur".

Keiper stellt Komponenten für Autositze her und komplette Nutzfahrzeugsitze, das Unternehmen war in den vergangenen Jahren in einem harten Wettbewerb unter Druck geraten. Recaro Automotive produziert Premium-Fahrzeugsitze. Die Automotive-Sparte von Johnson Controls ist unter anderem ebenfalls im Bereich Fahrzeugsitze und Elektronik für den Fahrzeuginnenraum aktiv.

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  • Heute Keiper und morgen HochTief. Uns so geht es munter weiter bis der letzte ich Deutschland das Licht aus macht. Was haben wir für armselige Manager und Politiker.

  • Was das wohl für den Standort Kirchheim bedeutet? :-(

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