Übernahme bestätigt
Ingersoll Rand kauft Trane

Der US-amerikanische Klimagerätehersteller Trane hat einen Käufer gefunden: Ingersoll Rand, ein Unternehmen mit verschiedenen Unternehmensschwerpunkten, hat den Fluch der Kreditkrise gebrochen und, trotz Millionenschulden, Trane übernommen. Die Vorteile für den Mischkonzern überwiegen dabei deutlich.

DÜSSELDORF. Der US-Mischkonzern Ingersoll Rand übernimmt den amerikanischen Hersteller von Klimaanlagen Trane. Der Kaufpreis beträgt insgesamt 10,1 Mrd. Dollar. Darin enthalten sind rund 150 Mill. Dollar Schulden von Trane. Das Management des Unternehmens hat der Übernahme bereits zugestimmt.

Ingersoll Rand bietet den Aktionären von Trane eine Kombination von Bargeld und Aktien. Das Angebot lautet auf 36,50 Dollar in bar sowie knapp eine viertel eigene Aktie von Ingersoll. Der Kaufpreis liegt damit etwa auf dem Schlusskurs von Trane vom Freitag bei 47,81 Dollar je Trane-Aktie.

Ingersoll Rand ist ein globaler Mischkonzern mit Aktivitäten in den Bereichen Werkzeuge, Kompressoren, Kühltechnik, Kompaktfahrzeuge und Sicherheitssysteme. In der Kühltechnik ist der Konzern bekannt als Hersteller von Anlagen für LKWs unter der Marke Thermo King. Das mehr als 100 Jahre alte Unternehmen Ingersoll Rand kommt dieses Jahr auf einen geschätzten Umsatz von 8,7 Mrd. Dollar und beschäftigt 35 000 Personen in weltweit 80 Werken.

Trane mit Sitz in Piscataway im US-Bundesstaat New Jersey erwartet dieses Jahr einen Umsatz von 7,4 Mrd. Dollar bei 29 000 Beschäftigten in 29 Werken. Noch vor kurzem nannte sich das Unternehmen American Standard, hat inzwischen aber den Bereich Sanitärsysteme, der in Europa unter der Marke Ideal Standard auftritt, an den Finanzinvestor Bain Capital für 1,7 Mrd. Dollar verkauft. Die Sparte mit einem Umsatz von 2,4 Mrd. Dollar und 26 000 Beschäftigten war 2006 in die roten Zahlen gerutscht.

Der Zusammenschluss macht aus den beiden Unternehmen den weltweit zweitgrößten Hersteller von Klimageräten nach dem US-Konzern United Technologies mit einem gemeinsamen Umsatz von 17 Mrd. Dollar. Das Klimageschäft kommt dabei auf einen Umsatz von rund elf Mrd. Dollar. Herbert Henkel, Chef von Ingersoll Rand, erwartet für das neue Unternehmen ein jährliches Umsatzwachstum von fünf bis sieben Prozent. Der Gewinn pro Aktie soll jährlich um 15 Prozent steigen. Für das Jahr 2008 kündigte er einen Gewinn pro Aktie von vier Dollar an. Fred Poses, Chef von Trane, erwartet Synergien von über 300 Mill. Dollar bis zum Jahr 2010. Poses bleibt in seiner Position, bis die Übernahme abgeschlossen ist.

Trane galt seit längerem als attraktives Ziel für Finanzinvestoren, doch die Finanzkrise in den USA hat viele Banken davon abgehalten, die Finanzinvestoren mit frischem Geld zu versorgen. Dadurch haben auch wieder Unternehmen mit viel Bargeld in der Kasse wie Ingersoll Rand die Möglichkeit, andere Firmen zu übernehmen.

Ingersoll Rand hatte in der Vergangenheit einige Bereiche verkauft und war dadurch sehr liquide. Der US-Konzern hatte vergangenen Februar einen Teil seiner Sparte Baumaschinen an Volvo verkauft. Im Sommer hatte Ingersoll Rand den restlichen, unter der Marke Bobcat firmierenden Teil der Bau- und Kompaktmaschinen sowie zwei verwandte Geschäftsbereiche für knapp fünf Mrd. Dollar in bar an den koreanischen Baumaschinenhersteller Doosan Infracore verkauft. Doosan ist dadurch nach eigener Darstellung zum weltweit siebtgrößten Hersteller von Baumaschinen aufgestiegen.

Die Aktie von Trane stieg am Freitag in New York um 3,8 Prozent. Ingersoll Rand verlor zwei Prozent. Gestern zählten die Aktien von Ingersoll Rand zu den großen Verlierern und verloren sieben Prozent, dagegen stiegen die Aktien von Trane um mehr als 23 Prozent.

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