Übernahme der restlichen Anteile
Volvo zahlt Nissan bei Lkw-Tochter aus

Vor einem halben Jahr war der schwedische Lkw-Hersteller Volvo bei seinem japanischen Konkurrenten Nissan Diesel eingestiegen. Nun haben die Europäer die restlichen Anteile von der Muttergesellschaft Nissan Motor übernommen.

HB STOCKHOLM/TOKIO. Volvo erklärte am Montagmorgen, das Unternehmen habe eine Kaufoption gezogen und die verbliebenen 6 Prozent der Aktien aus dem Besitz des japanischen Autobauers übernommen. Dadurch steigt die Beteiligung des schwedischen Konzerns an Nissan Diesel auf 19 Prozent.

„Wir sehen Synergien zwischen Nissan Diesel und anderen Lkw-Herstellern unserer Gruppe. Bevor wir aber weitermachen, wollen wir eindeutig der größte Eigner des Unternehmens sein“, erklärte Volvo-CEO Leif Johansson. Volvo ist nach Daimler-Chrysler der zweitgrößte Lkw-Hersteller der Welt. Diese Position könnte MAN den Schweden aber streitig machen; der deutsche Lastwagen-Bauer wirbt derzeit um Scania.

Zusätzlich zu den Stammaktien hat Volvo alle 57,5 Mill. Vorzugsaktien aus dem Besitz der japanischen Muttergesellschaft sowie der japanischen Banken Mizuho Corporate Bank, Resona Bank sowie Mizuho Trust & Banking Co. für insgesamt 3,5 Mrd. Schwedischen Kronen (378 Mill. Euro) erworben; die Stammaktien kosteten umgerechnet 55 Mill. Euro.

Die Vorzugsaktien können von 2008 bis 2014 schrittweise in Stammaktien umgewandelt werden. Dieses Recht will Volvo wahrnehmen, so dass dem schwedischen Unternehmen nach der kompletten Wandlung 46,5 Prozent der Stimmrechte bei Nissan Diesel zustehen. Bereits zum 1. April 2008 nach dem ersten Wandlungsschritt steigt der Anteil auf 41,9 Prozent. Volvo erklärte, das Unternehmen müsse den anderen Nissan-Diesel-Aktionären aufgrund der Wandlung kein Übernahmeangebot machen.

Volvo und Nissan haben gemeinsamen Teilhaber

Nissan-President und -CEO Carlos Ghosn erklärte laut einer Mitteilung, Nissan konzentriere sich mit dem Ausstieg aus dem Lkw- Geschäft auf das profitable Wachstum der Kernsparte Personenkraftwagen und kleine Nutzfahrzeuge. Die Zusammenarbeit von Nissan und Nissan Diesel bei der gemeinsamen Entwicklung von Motoren und leichten Nutzfahrzeugen werde durch den Aktienverkauf nicht beeinträchtigt.

Volvo und Nissan sind über den französischen Autokonzern Renault miteinander verbunden, dessen Chef ebenfalls Goshn ist. Die Franzosen sind mit knapp 44 Prozent an Nissan und rund 20 Prozent an Volvo beteiligt. Die Schweden hatten 2001 die Lkw-Sparte von Renault übernommen. Der Lkw-Bauer Volvo ist dabei nicht mit der gleichnamigen Automarke zu verwechseln. Die Unternehmen haben den gleichen Ursprung, doch gehört die Pkw-Produktion inzwischen zum Ford-Konzern.

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