Übernahme-Poker um Continental
Schaeffler will Wennemer behalten

Die Aktionäre des Autozulieferers Continental können das Übernahmeangebot der Schaeffler-Gruppe ab sofort annehmen. „Wir bieten einen fairen Preis“, wirbt der Wälzlager-Spezialist für seine Offerte. Außerdem gehen die Franken zum Conti-Management auf Schmusekurs.

HB HANNOVER. Die Schaeffler-Gruppe macht mit ihrem feindlichen Übernahmeangebot für den Autozulieferer Continental Ernst. Die Conti-Aktionäre können die 11,3 Mrd. Euro schwere Offerte des Wälzlager-Spezialisten seit Mittwoch und noch bis zum 27. August annehmen, wie Schaeffler mitteilte. Die Finanzaufsicht BaFin gab dafür grünes Licht. Schaeffler-Geschäftsführer Jürgen Geißinger drängt Continental auf eine zügige Einigung, erteilte Forderungen von Konzernchef Manfred Wennemer, sich mit einer Beteiligung von weniger als 30 Prozent zufriedenzugeben, aber eine Absage.

Schaeffler bietet den Conti-Aktionären je 70,12 Euro für ihre Aktien. „Wir bieten einen fairen Preis“, sagte Geißinger. Conti hält das für zu wenig. Ein Schaeffler-Sprecher betonte, das Unternehmen plane keine Erhöhung. Conti-Aufsichtsrat und Management wollen das Papier von Schaeffler allerdings erst sorgfältig prüfen und dann eine Handlungsempfehlung an die Aktionäre aussprechen.

Schaeffler wolle mit mehr als 30 Prozent der Anteile zum strategischen Conti-Großaktionär werden, bekräftigte Geißinger. „Diese strategische Beteiligung ist notwendig, um eine stabile Aktionärsstruktur der Continental AG zu erreichen und die Ziele der Schaeffler Gruppe umsetzen zu können“, hieß es in der Mitteilung. „Eine reine Finanzinvestition entspricht nicht den Zielsetzungen der Schaeffler Gruppe.“

Schaeffler strebe eine schnelle Einigung mit dem Management von Conti an, erklärte Schaeffler. Darauf drängten auch viele Kunden. Große Abnehmer von Produkten beider Unternehmen - etwa VW, Opel und Porsche - hatten den Zusammenschluss begrüßt und vor einer Schlammschlacht gewarnt. Wie mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen Reuters sagten, hat es keine Verhandlungen gegeben, obwohl sich Conti in der vergangenen Woche dazu bereiterklärt hatte.

Das Familienunternehmen will Vorstandschef Wennemer trotz dessen scharfer Kritik an der Übernahme halten. „Wir wollen, dass der Conti-Vorstand mit Wennemer an der Spitze weitermacht“, sagte ein Sprecher. Der Conti-Chef hatte die Schaeffler-Führung wegen der unwillkommenen Offerte als „egoistisch, selbstherrlich und verantwortungslos“ gegeißelt.

Schaeffler will nun bei Investoren für sein Angebot werben. Einige Conti-Aktionäre hatten erklärt, ihnen sei das Gebot zu niedrig.

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