Übernahme von Hemofarm
Stada tätigt Großeinkauf in Serbien

Erst am Donnerstag hatte sich Stada, Spezialist für Nachahmer-Produkte patentfreier Medikamente, von seinem verlustreichen US-Geschäft getrennt. Am Freitag kaufen die Hessen nun in Serbien zu: Für umgerechnet 485 Mill. Euro will Stada die Pharmagruppe Hemofarm vollständig übernehmen.

HB/lee FRANKFURT. Stada biete 12 345 Serbische Dinar (146,97 Euro) je Hemofarm-Aktie, teilte das Unternehmen am Freitag in Bad Vilbel mit. Der Zukauf solle über bestehende Kreditlinien finanziert werden; eine Kapitalerhöhung sei nicht notwendig. Das Übernahmeangebot läuft 21 Tage und steht unter der Bedingung, dass Stada mindestens 67 Prozent der Hemofarm-Aktien angedient werden. Der Konzern habe aber bereits mit verschiedenen Aktionären, darunter institutionelle Investoren sowie Mitgliedern des Hemofarm-Managements, vertragliche Vereinbarungen getroffen, nach denen diese im Zuge des Übernahmeangebots ihre Aktien an Stada verkaufen werden. Damit habe Stada Zugriff auf mindestens 59 Prozent der Hemofarm-Anteile.

Sollte Stada 95 Prozent der Hemofarm-Anteile erreichen, planen die Bad Vilbeler, die Aktien der Minderheitsaktionäre über ein Squeeze-Out-Verfahren nach serbischem Recht zu erwerben. Der Transaktion muss aber noch durch die zuständigen Kartellbehörden abgesegnet werden.

Marktführer in der Heimat

Hemofarm setzte nach Angaben von Stada im vergangenen Jahr mit rund 3 600 Mitarbeitern umgerechnet 205,5 Mill. Euro um und erzielte einen Konzerngewinn von 27,3 Mill. Euro. Der vertriebliche Schwerpunkt des Unternehmens liege in Osteuropa. Im Heimatmarkt Serbien sowie in Montenegro, wo die Gruppe 2005 62 Prozent ihres Umsatze erzielt habe, sei Hemofarm Marktführer. Das Unternehmen ist seit 2002 an der Belgrader Börse notiert.

„Mit der Übernahme von Hemofarm erschließen wir uns weitere wichtige Märkte in Osteuropa und verstärken unsere Produktions- und Entwicklungskapazitäten auf erstklassigem Niveau an Standorten, die unter Kosten- und Steuergesichtspunkten hoch attraktiv sind“, erklärte Stada-Vorstandschef Hartmut Retzlaff. Stada befand sich schon seit einiger Zeit auf der Suche nach Übernahme-Gelegenheiten und hatte dabei wiederholt bekräftigt, an Zukäufen in Osteuropa interessiert zu sein. Stadas bislang größter Zukauf war die russische Pharmafirma Nizpharm für 82 Mill. Euro.

Ab 2007 soll der Zukauf Gewinn bringen

Die für Stada bislang größte Übernahme soll nach Angaben des Unternehmens das operative Ergebnis nicht beeinträchtigen. Bereits ab 2007 solle voraussichtlich der Ergebnisbeitrag von Hemofarm den Zinsaufwand sowie die Abschreibungen überschreiten. Durch eine optimale Nutzung der neu hinzukommenden Produktionskapazitäten, Abstimmungen bei laufenden Entwicklungsprojekten sowie Skaleneffekten bei Beschaffung und Produktion sei vielmehr ab dem kommenden Jahr mit Synergien in „signifikanter Höhe“ zu rechnen.

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