Übernahmeangebot aufgestockt
Inder ziehen bei Repower nach

Dass in den erneuerbaren Energien die Zukunft liegt, lässt sich derzeit am Übernahmekampf um den Hamburger Windanlagen-Bauer Repower ablesen: Der französische Atomkonzern Areva war im Januar mit einem Angebot von 105 Euro je Papier an die Aktionäre herangetreten. Inzwischen liegt der Preis deutlich höher. Denn der Rivale Suzlon aus Indien hat nochmal nachgelegt.

HB/mjh BOMBAY/HAMBURG. Das Angebot werde auf 150 Euro je Repower-Aktie erhöht, teilten die Inder am Dienstag mit. Zu diesem Preis seien über eine Tochter bereits 7,7 Prozent der Aktien gekauft worden. Bislang hatte das indische Winkraft-Unternehmen 126 Euro je Repower-Aktie geboten, sich aber eine Erhöhung offen gelassen.

Bei der Übernahmeschlacht hatte zuletzt Areva mit 140 Euro vorne gelegen. Am Markt kosteten die Repower-Aktien zuletzt aber bereits 153 Euro. Mitte Januar, kurz bevor die Franzosen ihr erstes Gebot abgegeben hatten, lag der Wert noch bei 89,86 Euro. Die Angebotsfrist läuft noch bis 20. April.

Die vom französischen Staat kontrollierte Areva hält mittlerweie 30,14 Prozent an Repower. Suzlon wiederum wird von dem portugiesischen Konzern Martifer unterstützt, der als zweitgrößter Aktionär zuletzt einen Anteil von gut 25 Prozent vermeldet hatte. Zusammen mit den eigenen 7,7 Prozent haben die Inder die Franzosen damit übertrumpft.

Das Repower-Management hatte sich zuletzt beide Bieter warmgehalten. Obwohl die Repower-Führung aktuell die aufgestockte Offerte von Areva unterstützt, zeigt sie sich auch weiteren Avancen des indischen Windturbinenhersteller Suzlon gegenüber nicht abgeneigt. „Wir können mit beiden Unternehmen gut leben“, sagte Repower-Chef Fritz Vahrenholt auf der Bilanzpressekonferenz Mitte März in Frankfurt.

Finanziell dürfte Areva die größeren Reserven im Kampf um Repower haben. Die Marktkapitalisierung des profitablen Konzerns beträgt aktuell 24 Mrd. Euro, Suzlon kommt nur auf umgerechnet 4,3 Mrd. Euro. Zwar sind die Inder mit einer aktuellen operativen Marge (Ebit) von 21 Prozent einer rentabelsten Anbieter der Branche. Gleichwohl befürchten Analysten in der indischen Finanzmetropole Bombay, dass sich Suzlon bei der Aufstockung seiner Offerte überhebt. „Schon wenn Suzlon wie Areva 140 Euro je Aktie böte, würde das Ergebnis je Aktie in diesem Geschäftsjahr um mehr als ein Viertel sinken“, schreibt die Schweizer Großbank UBS in einer Studie. Außerdem würde sich die Verschuldungsquote Suzlons von derzeit knapp eins auf mehr als zwei verschlechtern. Viele Investoren stoßen deshalb ihre Suzlon-Aktien ab. Seit dem Höchststand im November 2006 ist der Kurs um mehr als 30 Prozent abgesackt.

Gute Aussichten für Windkraft

Die Geschäftsaussichten für die Winkraft-Branche sind allerdings glänzend. Das renommierte dänische Beratungsunternehmen BTM Consult prognostiziert eine Verdoppelung des jährlichen Windkraftumsatzes bis zum Jahr 2010 auf 30 Mrd. Euro. Das größte Wachstumspotenzial liege in den USA und in Asien. In der EU profitieren die erneuerbaren Energien von den Anstrengungen zum Klimaschutz. Vor einer Woche hatten sich die Mitgliedsländer darauf geeinigt, bis zum Jahr 2020 den Ausstoß der gefährlichen Treibhausgase im Vergleich zu 1990 um ein Fünftel zu kappen. Der Anteil von Energie aus Wind, Wasser, Sonne und Biomasse an der Energieerzeugung soll sich bis dahin auf 20 Prozent verdreifachen.

Areva, bereits seit 2005 an Repower beteiligt, hatte die Übernahmeschlacht Ende Januar eröffnet. Ziel des weltgrößten Herstellers von Kernkraftwerken ist es, zusammen mit Repower ein zweites Standbein im Bereich der CO2-freien Energieerzeugung aufzubauen. Doch dann durchkreuzte Suzlon die Pläne. Die Inder streben mit Repower Platz drei in der Branche an.

Der Umsatz von Repower soll in den kommenden Jahren deutlich steigen. Das Unternehmen hatte kürzlich erneut die Umsatzprognose für 2008 angehoben. Im nächsten Jahr sollen nun mindestens 900 Mill. Euro umgesetzt werden, nach erwarteten 650 Mill. Euro 2007. Im abgelaufenen Jahr hat Repower den Umsatz um über ein Drittel auf 459 Mill. Euro gesteigert und mit einem Nachsteuerergebnis von 7,1 Mill. die Gewinnzone erreicht.

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