Übernahmekampf beendet
Zähes Ringen: Schaeffler bei Conti am Ziel

Die Übernahmeschlacht zwischen dem Familienunternehmen Schaeffler und dem Dax-Konzern Continental ist beendet. Nach harten Verhandlungen hat die Schaeffler-Gruppe künftig bei dem Autozulieferer aus Hannover das Sagen. Doch für einige Zeit sind den Franken noch die Hände gebunden.

HB BERLIN. Die Autozulieferer Continental und Schaeffler haben ihren wochenlangen Übernahmekampf beigelegt. Continental teilte in der Nacht zum Donnerstag mit, dass sich beide Seiten auf eine "weitreichende Investorenvereinbarung" geeinigt hätten.

Schaeffler verpflichte sich darin, den Preis seiner Übernahmeofferte auf 75,00 Euro von 70,12 Euro je Continental-Aktie zu erhöhen. Die Offerte laufe noch bis zum 16. September, teilte Schaeffler am Donnerstag mit. Damit wird der Dax-Konzern mit gut zwölf Mrd. Euro bewertet. Unmittelbar nach Vollzug des Übernahmeangebots werde damit begonnen, Möglichkeiten strategischer Kooperationsprojekte zwischen Schaeffler und Conti - insbesondere im Bereich Powertrain (Antriebsstrang) - zu prüfen.

Schaeffler sage in der Vereinbarung verbindlich zu, sein Engagement bei Continental für vier Jahre auf eine Minderheitsbeteiligung von maximal 49,99 Prozent zu beschränken und keine wesentlichen unternehmerischen Entscheidungen bezüglich Continental ohne deren Zustimmung zu fällen, hieß es weiter.

Ohne Einverständnis des Continental-Vorstands werde Schaeffler keine Schritte zur Änderung von Tarifverträgen, Betriebsvereinbarungen oder Mitbestimmungsrechten der Arbeitnehmer unternehmen. Als Garant der unbefristeten Vereinbarung, die frühestens zum Frühjahr 2014 gekündigt werden könne, solle der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder fungieren.

Schaeffler hatte von Anfang an erklärt, einen Anteil von unter 50 Prozent anzustreben, nicht zuletzt da das Unternehmen beim Kauf einer Mehrheit die Schulden von Conti hätte übernehmen und teuer refinanzieren müssen. Für Nachteile, die Conti in Bezug auf Schuldendienst und Steuerzahlungen durch die Übernahme entstehen, muss Schaeffler nun bis zu einer halben Milliarde Euro als Ausgleich springen lassen.

Continental kündigte zugleich den Rücktritt seines Vorstandschefs Manfred Wennemer an. Wennemer habe um die Entbindung von seinem Amt zum Monatsende gebeten, hieß es. Der Aufsichtsrat habe dem "mit großen Respekt für die Leistung Wennemers" zugestimmt und werde kurzfristig einen Nachfolger bestellen. Wennemers Vertrag wäre regulär Ende 2011 ausgelaufen. Als Kronprinzen gelten Finanzchef Alan Hippe und Vorstandsmitglied Karl-Thomas Neumann.

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