Übernahmen geplant
Husqvarna ist jetzt börsennotiert

Der weltgrößte Hersteller von Rasenmähern und Kettensägen, Husqvarna aus Schweden, will nach seinem Börsendebüt an der Stockholmer Börse am gestrigen Dienstag noch schneller als bisher wachsen.

STOCKHOLM. „Das wird eine unserer wichtigsten Aufgaben sein“, sagte Husqvarna-Chef Bengt Andersson dem Handelsblatt. „Wir sind schon immer durch Übernahmen gewachsen, aber in den vergangenen zehn Jahren waren es nicht so viele.“

Andersson erklärte, dass Husqvarna genügend Spielraum für weitere Übernahmen im Bereich Gartenprodukte habe. Ein eventuelles Interesse an dem Gartengerätehersteller Gardena wollte er nicht kommentieren. Er bestätigte aber, dass alles innerhalb der Gartensparte „für uns von Interesse ist, und dazu zählt auch Gardena“, so Andersson.

Das Ulmer Unternehmen Gardena gehört der schwedischen Investmentgesellschaft Industri Kapital, die das deutsche Unternehmen im März 2002 übernommen hatte. Seit Wochen wird spekuliert, dass Industri Kapital Gardena wieder abstoßen werde. Als möglicher Käufer wurde auch der Stuttgarter Bosch-Konzern genannt.

Bei Industri Kapital wollte man einen unmittelbar bevorstehenden Verkauf der Ulmer nicht bestätigen. „Wir werden Gardena irgendwann verkaufen. Aber über einen Zeitpunkt ist noch nicht entschieden worden“, sagte die Industri Kapital-Sprecherin Anne Rannaleet dem Handelsblatt. Im Durchschnitt behält Industri Kapital seine Beteiligungen etwa vier Jahre, insofern könnte ein Verkauf von Gardena tatsächlich bevorstehen, zumal sich das Unternehmen laut Rannaleet „gut entwickelt“ habe.

Für Husqvarna-Chef Andersson war der Börsentag ein Tag mit gemischten Gefühlen. Die Husqvarna-Aktie startete bei 82 Kronen, geriet aber später in den allgemeinen Negativ-Strudel und lag kurz vor Börsenschluss bei 78,50 Kronen. Der Börsenwert lag damit bei rund 23 Mrd. Kronen (2,5 Mrd. Euro). Experten hatten einen Premierenkurs von rund 100 Kronen prognostiziert, dabei aber nicht den allgemeinen Abwärtstrend an den Börsen berücksichtigt.

Der nach Telia Sonera im Jahr 2000 zweitgrößte Börsengang in Stockholm überhaupt war möglich geworden, weil der Mutterkonzern, der Haushaltsgerätehersteller Electrolux, seine Gartengerätesparte vom übrigen Geschäft abtrennen wollte. Anfang des Jahres beschloss deshalb Electrolux, Husqvarna an die Börse zu bringen und die Aktien an die bisherigen etwa 60 000 Electrolux-Aktionäre auszuteilen.

Husqvarna wurde 1689 in der gleichnamigen südschwedischen Stadt gegründet. Bekannt wurde das Unternehmen durch seine Motorradproduktion, die jedoch 1987 an den italienischen Hersteller Cagiva verkauft wurde. Heute ist Husqvarna weltweiter Marktführer bei benzingetriebenen Rasenmähern und Kettensägen. Im vergangenen Jahr setzte der Konzern 29 Mrd. Kronen um und wies einen Betriebsgewinn von 3,1 Mrd. Kronen aus. 60 Prozent des Umsatzes kommen aus den USA.

Helmut Steuer berichtet für das Handelsblatt aus Skandinavien. Regelmäßig ist er auch in der Ukraine unterwegs.
Helmut Steuer
Handelsblatt / Korrespondent
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