Übernahmeofferte gebilligt
Engelhard gibt Werben von BASF nach

Der US-Katalysatorenhersteller Engelhard hat der Übernahme durch den Ludwigshafener Chemieriesen BASF zugestimmt. Für den Sinneswandel nach fünfmonatigem Werben bedurfte es aber eines Schusses vor den Bug aus Deutschland.

HB FRANKFURT. Engelhard empfehle seinen Aktionären die Annahme des Angebots über 39 Dollar je Aktie, teilten die beiden Firmen am Dienstag mit. Damit würde BASF rund 5 Mrd. Dollar für das Unternernehmen zahlen. Das ist der größte Zukauf in der 141-jährigen Firmengeschichte von BASF. Das Angebot läuft wie geplant am Pfingstmontag (5. Juni) aus.

Mit der Einigung konnte BASF-Chef Jürgen Hambrecht das Tauziehen mit dem Engelhard-Management nach einer zweimaligen Erhöhung der Offerte für sich entscheiden. Die Ludwigshafener hatten in der vergangenen Woche ihr Angebot noch einmal um 1 Dollar auf 39 Dollar je Aktie in bar aufgestockt. Bei Bekanntgabe des Übernahmepläne im Januar hatte BASF 37 Dollar geboten. Engelhard hatte die Offerte bislang als unangemessen zurückgewiesen und wollte sich gegen den Aufkauf unter anderem mit einem milliardenschweren Aktienrückkaufprogramm wehren. Dieses stoppt das Unternehmen nun. Engelhard wollte 209 Prozent der Anteile für je 45 Euro zurückkaufen. Auch die für Freitag geplante Hauptversammlung wurde verschoben – auf den 30. Juni.

Das Wall Street Journal hatte bereits am Montagmorgen auf seiner Website unter Bezugnahme auf Branchenkreise berichtet, dass das Engelhard-Management eingeknickt sei. Grund dafür seí gewesen, dass BASF klargemacht habe, dass es sich bei dem 39-Dollar-Angebot und das letzte Wort handele. Diese Ankündigung habe einige Großaktionäre von Engelhard aufgeschreckt. Sie hätten daraufhin das Management zur Annahme der jüngsten Offerte gedrängt.

Die einflussreiche US-Aktionärsvertretung und -beratung Institutional Shareholder Services (ISS) hatte sich bereits in der vergangenen Woche positiv zu dem Übernahmeplan geäußert.

Die BASF-Aktie reagierte am Dienstag kaum auf die Nachricht und lag am Nachmittag in einem schwachen Gesamtmarkt 0,85 Prozent im Minus bei 64 Euro. „Für die BASF ist es gut, dass sie klar gemacht haben, dass sie Engelhard nicht zu jedem Preis übernehmen“, sagte Frank Schallenberger, Aktienstratege bei der Landesbank Baden-Württemberg. Analyst Ludger Mues von Sal Oppenheim sprach von einem Preis, der in Ordnung sei und von den Märkten positiv aufgenommen werden solle. Zudem verringere das Unternehmen mit dem Zukauf seine Abhängigkeit vom Auf und Ab in der Chemiekonjunktur. Die Engelhard Corporation mit Sitz in Iselin in New Jersey gehört zu den größten Katalysatorenherstellern der Welt. In diesem Bereich will BASF wachsen.

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