Übernahmepoker
GE sucht französische Partner für Alstom-Deal

General Electric sucht laut Insidern französische Partner, um den geplanten Alstom-Kauf unter Dach und Fach zu bringen. Damit die französischen Regierung dem Deal zustimmt, muss GE möglicherweise Beteiligungen verkaufen.
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FrankfurtGeneral Electric befindet sich offenbar in Anfangsgesprächen über mögliche Beteiligungsverkäufe oder Kooperationen mit dem Atomkraftwerksbauer Areva und anderen französischen Unternehmen. Das verlautete am Montag aus informierten Kreisen. GE wolle sich so die Zustimmung der französischen Regierung für ihr 17-Milliarden-Dollar-Gebot für Alstom sichern.

Der US-Konzern erwarte Hinweise von der französischen Regierung, ob er Beteiligungen verkaufen müsse, um eine Freigabe zu erhalten, so die informierten Personen. GE prüfe Zugeständnisse wie die Gründung von Gemeinschaftsunternehmen in Bereichen wie Atomenergie, Windturbinen oder Bahn-Signaltechnik.

GE-Chef Jeffrey Immelt hatte am 29. April an den französischen Präsidenten François Hollande geschrieben, GE werde den „hoheitlichen Charakter“ der Atomindustrie Frankreichs respektieren und im Energie- und Bahnausrüstungsbereich prüfen, inländische Partner einzubeziehen. Die Avancen zeigen auch, dass es Immelt mit seiner Absicht ernst ist, GE seinen Industriewurzeln wieder näher zu bringen und sich von Finanzdiensten stärker zu lösen. Frankreich hatte letzte Woche seine Möglichkeiten ausgeweitet, ausländische Übernahmen zu blockieren.

„Sie werden versuchen, sich ein bisschen kooperativ und flexibel zu zeigen und Lösungen vorstellen, die die französische Regierung als günstiger ansieht“, sagte Christian Mayes, Analyst bei Edward Jones & Co. im US-amerikanischen Des Peres.

Französische Unternehmen hatten GE im Vorfeld möglicher Forderungen der Regierung kontaktiert, Beteiligungen zu verkaufen oder Partnerschaften einzugehen, teilte eine informierte Person mit. GE würde aber lieber nichts verkaufen, hieß es. Der Konzern führe jedoch Gespräche, weil flexibel sei.

Dem staatlich kontrollierten Unternehmen Areva, dem weltgrößten Anbieter von Kernbrennstoffen, könnte die Schlüsselrolle bei einer Lösung für GE zukommen. Sollte der französische Konzern das Offshore-Windkraftgeschäft von Alstom kaufen, würde er einen Konkurrenten los werden, der von Electricité de France einen Zwei-Milliarden-Euro-Auftrag für drei Windparks in Frankreich erhalten hatte.

Areva-Kommunikationschef Charles Hufnagel und Christine Rahard-Burnat, Leiterin der Kommunikation bei Alstom, lehnten einen Kommentar ab.

Die Gespräche mit französischen Firmen umfassten auch eine mögliche Kooperation im Bereich Bahn-Signaltechnik, so die informierten Personen. GE hatte bereits angedeutet, für eine Partnerschaft in diesem Bereich offen zu sein.

Nach Ansicht von Daniel Holland, Analyst bei Morningstar in Chicago, dürfte GE nicht bereit sein, viele Beteiligungen zu verkaufen und werde besonders zurückhaltend sein, solange unklar sei, ob Siemens einen Vorschlag einreichen werde. „Ich sehe für GE keine Notwendigkeit, den französischen Wünschen sehr stark nachzugeben“, sagte er. „GE hat viele strategische Beteiligungen, die wichtig für ihre Organisation sind, und sie werden sie nicht leichtfertig abgeben, bloß um den Alstom-Deal durchzukriegen.“

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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