Übernahmeschlacht
Conti sucht Hilfe bei US-Fonds

Der Zulieferkonzern Continental sucht im Abwehrkampf gegen die feindliche Übernahmeofferte von Schaeffler den Schulterschluss mit Topadressen unter den Finanzinvestoren. Nach Informationen des Handelsblatts aus Bankenkreisen spricht Conti über ein höheres Gebot mit den beiden US-Private-Equity-Fonds Apollo und KKR. Neben den Finanzinvestoren wird auch der japanische Reifenhersteller Bridgestone als Gesprächspartner von Conti ins Spiel gebracht.

FRANKFURT. Erstmals werden damit konkrete Namen von Investoren genannt. Aus Finanzkreisen war tags zuvor nur durchgesickert, dass Conti mit einer Handvoll strategischer und Finanzinvestoren Gespräche führe, die für Conti möglicherweise mehr als Schaeffler bieten wollten. Sprecher von Conti, KKR, Apollo und Bridgestone wollten die Informationen gestern nicht kommentieren oder waren nicht erreichbar.

Damit gewinnt die Abwehrfront um Conti gegen das feindliche Angebot des fränkischen Familienkonzerns Schaeffler an Konturen. Das inzwischen aus fünf Banken bestehende Beraterteam von Conti - mit von der Partie sind neben HSBC und Citigroup auch Goldman Sachs, JP Morgan und die Deutsche Bank - ist mit der Suche nach "weißen Rittern" beauftragt, die eine Gegenofferte für Conti vorlegen könnten.

Schaeffler hatte am 30. Juli gegen den Willen von Conti ein Übernahmeangebot von 70,12 Euro je Aktie für den dreimal größeren Autozulieferer aus Hannover vorgelegt und sich bereits den Zugriff auf 36 Prozent der Conti-Aktien gesichert. Die Franken wappnen sich bereits für mögliche Abwehrmaßnahmen von Conti. Schaeffler besserte gestern sein Angebot nach und warf mehrere Bedingungen aus der Offerte. So gilt das Angebot auch, wenn Conti Kapitalmaßnahmen beschließt. Jürgen Metzler vom Bankhaus Metzler bewertete die Änderung als Zeichen dafür, dass Schaeffler es mit dem Einstieg ernst sei.

Conti soll den Informationen zufolge mit fünf möglichen Investoren Gespräche für eine Gegenofferte aufgenommen haben. Diese Gespräche befänden sich in einem frühen Stadium. Experten halten einzig eine Offerte von Private Equity für ein realistisches Szenario. Der japanische Bridgestone-Konzern, der zweitgrößte Reifenhersteller der Welt, würde dagegen auf kartellrechtliche Probleme bei einem Einstieg stoßen, warnten Analysten.

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