Überraschender Verlust
MAN rutscht in die roten Zahlen

MAN schreibt überraschend rote Zahlen: Der Umbau des Lkw-Bauers durch den Mutterkonzern Volkswagen schlägt teurer zu Buche als erwartet. MAN-Chef Georg Pachta-Reyhofen muss daher auch seine Jahresprognose kappen.
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MünchenWegen des teuren Umbaus der Lkw-Produktion in Europa und der Dauerkrise in Brasilien stellt sich MAN für 2015 auf einen Verlust ein. „Das Nettoergebnis wird um die Nulllinie liegen, vielleicht leicht negativ“, sagte Finanzchef Peter Park am Dienstag in München. 2014 erzielte die VW-Tochter einen Gewinn nach Steuern von 267 Millionen Euro.

Von Januar bis Juni 2015 lief überraschend ein Nettoverlust von 46 Millionen Euro auf. Operativ erwirtschaftete MAN ein Ergebnis von 15 Millionen. 2015 werde der Betriebsgewinn durch die Restrukturierung der größten Sparte Truck & Bus „stark belastet“, die Rendite von zuletzt 2,7 Prozent werde sich „mehr als halbieren“.

Allein im zweiten Quartal verschlang die gerade erst begonnene Straffung der Lkw-Fertigung und der Verwaltung 170 Millionen Euro. Dies sei bereits der Großteil der Kosten, führte Konzernchef Georg Pachta-Reyhofen aus. Im dritten Quartal könne vielleicht noch ein niedriger zweistelliger Millionenbetrag anfallen. MAN hatte im Juni den Umbau der Lkw-Produktion auf den Weg gebracht. Künftig werden Lastwagen in Europa nur noch in drei statt in vier Werken gebaut, und weniger als bisher. Rund 1800 Mitarbeiter sollen freiwillig gehen – mit Abfindungen oder Regelungen zur Altersteilzeit. Der Chef der Sparte Truck & Bus, Joachim Drees, sagte, der Stellenabbau sei damit abgeschlossen.

Wie viel MAN dadurch spart, wollte er nicht beziffern. Bislang war von mindestens 600 Millionen Euro bis 2017 die Rede gewesen, spekuliert wurde über 850 Millionen Euro. Drees sagte, die europäische Nutzfahrzeugsparte wolle nach Abschluss der Restrukturierung, also ab 2018, eine Rendite von 6,0 bis 6,5 Prozent einfahren. Im zweiten Quartal verbuchte Truck & Bus einen operativen Verlust von 76 Millionen Euro.

Der schwedische Konkurrent Volvo kam im Lkw-Geschäft operativ auf 7,7 Prozent, Daimlers Truck-Sparte auf 7,2 Prozent. Die Rivalen verkaufen ihre Laster außer in Europa und Lateinamerika auf dem wichtigen US-Markt, wo MAN nicht aktiv ist. Die Vereinigten Staaten seien für die Münchner „ein weißer Fleck auf der Landkarte“, sagte Pachta-Reyhofen. Dies sei allerdings ein Thema für den Wolfsburger Mutterkonzern VW.

Der Lkw-Bauer Scania, ebenfalls nicht in den USA vertreten und ebenfalls VW-Tochter, glänzte zuletzt mit einer Marge von 10,2 Prozent. Die Schweden setzen auf weniger, dafür teure Schwerlaster-Modelle. Die Zusammenarbeit von MAN und Scania unter der Ägide von VW kommt indes seit Jahren nur schleppend voran. „Wir sind hoffnungsvoll, dass sich die Zusammenarbeit mit Scania verbessern wird“, sagte Pachta-Reyhofen. Drees ergänzte, in der VW-Nutzfahrzeug-Holding gebe es „sehr, sehr gute Gespräche“ und eine Vielzahl von Projekten.

Nach Einschätzung von MAN-Chef Pachta-Reyhofen ist der Nutzfahrzeugmarkt in Europa "wieder im Aufwind" und dürfte 2015 um fünf bis zehn Prozent zulegen. Im Juni kletterte die Nachfrage nach Kleintransportern, Lastern und Bussen laut Branchenverband Acea den sechsten Monat in Folge. MAN verbuchte hier im zweiten Quartal sieben Prozent mehr Neubestellungen. In Brasilien sehen die Münchner dagegen keine Besserung. MAN habe in ihrem dortigen Werk bereits die Kosten um 60 Prozent gesenkt, über Stellenabbau, Kurzarbeit und Gehaltverzicht. „In Lateinamerika bläst uns der Wind von vorne entgegen“, sagte Finanzchef Park.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • So lange sich MAN & Scania als VW Konzerntöchter kannibalisieren ... wird die Rendite weiter hin sher niedrig sein. Baukasten Denke u. Synergien scheinen wohl nicht vorhanden zu sein. Da muss Rentschler Ratzeputz machen. Die Quertreiber an der Spitze weg!!

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