Überraschung
GM wirft UBS aus Börsenkonsortium

Der US-Konzern General Motors hat die Schweizer Großbank UBS überraschend aus seinem Börsenkonsortium geschmissen. Der Autobauer sieht offenbar die Schweigepflicht verletzt, ein indiskreter Analyst soll der Auslöser sein.
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FRANKFURT. Der US-Autokonzern General Motors hat überraschend die Schweizer Großbank UBS beim geplanten Börsengang im November vor die Tür gesetzt. "Wir sind nicht mehr Teil des Syndikats", bestätigte ein UBS-Sprecher, ohne auf die Gründe einzugehen. Die UBS war noch am 29. Oktober in einem Schreiben der US-Börsenaufsicht SEC als eine der führenden Konsortialbanken genannt worden.

Doch in einer aktualisierten Fassung, die jüngst veröffentlicht wurde, fehlt das Institut nun. Ein bitterer Verlust für die Schweizer, denn der geplante IPO von GM am 18. November ist einer der größten Börsengänge im laufenden Jahr. Der Grund dafür klingt ebenso so bizarr wie kurios: Schuld daran ist laut der Nachrichtenagentur Reuters ein indiskreter Analyst.

Der Experte der UBS soll vergangene Woche in einer E-Mail an Kunden vertrauliche Details über die Bewertung von General Motors verbreitet haben. Daraufhin sei der UBS das Mandat umgehend entzogen worden, berichtete Reuters unter Berufung auf mehrere mit der Situation vertraute Personen.

Die Bank und der Analyst selbst wollten sich zu dem Bericht nicht äußern. Auch GM hüllt sich in Schweigen. Der Autobauer sah durch den Analysten-Report offensichtlich das Regelwerk der US-Börsenaufsicht SEC verletzt, die für die beteiligten Konsortialbanken in der heißen Phase des Börsengangs eine Schweigepflicht vorsieht.

GM fackelt nicht lange

Es sei einfacher für GM gewesen, UBS auszusortieren, als sich auf umfangreiche Gespräche mit der SEC über den Vorfall einzulassen, zitiert Reuters einen Insider. Der Autokonzern macht damit klar, dass er angesichts des kurz bevorstehenden Börsengangs bei Unstimmigkeiten nicht lange fackelt.

Der GM-Auftrag ist vor allem aus Prestigegründen begehrt, die Gebühren werden sich angesichts der Vielzahl der Banken in Grenzen halten. Insgesamt beteiligen sich 35 Banken an dem geplanten IPO. Neben praktisch allen namhaften US-Banken sind auch wichtige europäische Adressen beteiligt, wie die UBS-Konkurrenten Credit Suisse und die Deutsche Bank.

Die Opel-Mutter GM will bei ihrem Sprung auf das Handelsparkett in New York und Toronto Aktien im Wert von insgesamt rund 13 Mrd. Dollar ausgeben. GM wird damit mit knapp über 41 Mrd. Dollar an der Börse bewertet. Mit dem Verkauf soll der Anteil der US-Regierung an GM von zuletzt 60,8 Prozent auf 43,3 Prozent sinken.

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