Uhr-Manufakturen
Luxus für das Handgelenk

Sie wissen genau, was die Reichen dieser Welt sich wünschen - und wie man daraus Profit schlägt: Die Schweizer Uhrenbranche hat das vergangene Jahr mit Rekordumsätzen abgeschlossen und blickt gelassen in die Zukunft.
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Le BrassusDominique Burdet setzt sich sein Monokel auf. Vorsichtig steckt der Chef-Techniker der Schweizer Uhrenmanufaktur Audemars Piguet ein filigranes Metallwerkzeug in das Innere eines mechanischen Uhr-werks, das vor ihm auf dem Arbeitspult liegt. Ganz hell und klar lässt er das Klangspiel der komplexen Mechanik erklingen. Beim genauen Hinsehen entdeckt man, dass die Töne nicht von einer Glocke, sondern von feinen Metallspiralen am äußeren Rand des Uhrwerks stammen. „Allein das Stimmen dauert einen Tag“, erklärt der Uhrmachermeister.

Die Mechanik gehört einer Taschenuhr der „Grande Complication“ – des Komplexesten, was Uhrmacher derzeit bauen können. Sie bietet neben dem Stunden- und Minutensignal einen ewigen Kalender, Mondphase und Stoppuhr. Alles mechanisch, versteht sich. Einzelne Bauteile sind so klein, dass man sie fast einatmen könnte.

Um solch eine Uhr zu bauen, brauchen Burdet und seine Mitarbeiter bis zu 800 Arbeitsstunden. Von der Uhr, die es auch als Armbanduhr gibt, werden pro Jahr nicht mehr als dreizehn Exemplare hergestellt. Die teuerste Variante kostet rund eine Million Franken.

Trotz der hohen Preise für die mechanischen Uhren kennt das familiengeführte Traditionsunternehmen keine Absatzprobleme. Es gibt eher Lieferengpässe. Die ganz teuren Exemplare „werden vor allem nach Lateinamerika, Asien, Nordamerika und Russland verkauft“, so Uhrmachermeister Burdet, der seit 20 Jahren bei Audemars Piguet arbeitet.

2011 hat die Schweizer Uhrenindustrie wohl die Ausfuhrstatistik der gesamten Schweiz gerettet. Die Exporte stiegen um 19 Prozent. Dabei war schon 2010 für die Uhrenbranche ein Rekordjahr. Besonders gut verkaufen sich nach der jüngsten Exportstatistik teure Uhren für mehr als 3000 Franken. Die größten Zuwachsraten verzeichnen die Verkaufszahlen in China, Taiwan, den USA und Russland.

Auch der weltgrößte Uhrenhersteller Swatch hat trotz Wirtschaftskrise und Franken-Stärke 2011 einen neuen Umsatzrekord aufgestellt und gibt sich zuversichtlich für das neue Jahr. Mit einem Wachstum von 10,9 Prozent auf 7,14 Milliarden Franken (5,88 Milliarden Euro) konnte der Westschweizer Uhrenkonzern erstmals die Umsatzmarke von sieben Milliarden Franken knacken, hieß es in einer Mitteilung.

Starkes Wachstum erzielt Swatch eigenen Aussagen zufolge mittlerweile nicht nur mit Luxusuhren im Hauptmarkt China, sondern auch in anderen Regionen und Preissegmenten. Glänzen konnten unter anderem die Produktion von Uhrwerken und das Schmuckgeschäft.

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