Uhrenkonzern
Swatch leidet, Umsatz steigt trotzdem

Gute und schlechte Nachrichten für den Uhrenhersteller Swatch zugleich: Zwar soll der Umsatz in diesem Jahr steigen - trotzdem leidet das Unternehmen aus der Schweiz unter anderem unter dem starken Franken.
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BaselDem Uhrenkonzern Swatch machen der starke Franken und Engpässe bei der Produktion zu schaffen. Es werde schwierig, angesichts der Lage auf dem Devisenmarkt dieses Jahr wie geplant einen Umsatz von sieben Milliarden Franken zu schaffen, sagte Konzernchef Nick Hayek am Dienstag auf der Generalversammlung des weltgrößten Uhrenkonzerns in Basel. Höher als im vergangenen Jahr sollte der Umsatz aber ausfallen. 2010 war für den Uhrenkonzern das beste Jahr der Unternehmensgeschichte. Swatch nahm 6,45 Milliarden Franken ein und steigerte den Gewinn um gut 40 Prozent auf 1,08 Milliarden Franken (rund 880 Millionen Euro).

In den lokalen Märkten und zu den lokalen Währungen gerechnet laufe das Geschäft gut, sagte Hayek am Rande der Aktionärsversammlung weiter. „Zu (mit 2010) vergleichbaren Wechselkursen können wir nahe an sieben Milliarden Franken herankommen. Bei den gegenwärtigen Kursen wird das schwierig sein“. Die Schweizer Währung ist in den vergangenen Tagen zu Euro und Dollar auf neue Rekordhöhen gestiegen. „Der Franken ist zurzeit eindeutig überbewertet, er muss wieder herunterkommen“. sagte Hayek.

Bisher hat der Franken-Anstieg, der Schweizer Produkte im Ausland tendenziell verteuert, der Nachfrage nach den Swatch-Marken wie Breguet, Blancpain und Omega bisher kaum geschadet. Von Januar bis April stiegen die Uhrenexporte um rund 20 Prozent ohne dass die Hersteller nennenswerte Preiszugeständnisse machen mussten. Vor allem in China und Hongkong stehen Zeitmesser aus der Schweiz nach wie vor hoch im Kurs.

Schwieriger für Swatch ist es, die Produktion so schnell hochzufahren wie die Nachfrage anzieht. Zunächst sollen in der Schweiz bis zu 250 Millionen Franken in neue Anlagen investiert und 800 bis 1000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Qualifizierte Mitarbeiter zu finden ist nach Angaben der Firma aber nicht leicht.

Grund zur Freude haben die Aktionäre. Sie erhalten mit fünf Franken Dividende ein Viertel mehr als im vergangenen Jahr. Zudem ziehen die Swatch-Titel seit März 2009 stetig nach oben und haben ihren Besitzern, zu denen als größter Aktionär die Hayek-Familie zählt, bis heute einen Kursgewinn vom mehr als 200 Prozent beschert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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