Ultimatum Tarifkonflikt beim Autobauer
IG Metall setzt Volkswagen unter Druck

Die IG Metall drängt im Tarifkonflikt bei Volkswagen auf eine Lösung. Gleichzeitig fordert die Gewerkschaft die Konzernführung des Autobauers ultimativ zu einer Einigung auf. IG-Metall-Verhandlungsführer Hartmut Meine sagte am Donnerstag: „Wenn wir am 28. Oktober nicht zu einer Einigung kommen, wird es ab Anfang November bei Volkswagen zu Warnstreiks kommen.“

HB HANNOVER. In der vierten Verhandlungsrunde zeichnete sich bis zum Donnerstagnachmittag kein Durchbruch ab, obwohl sich die Führung von Europas größtem Autokonzern vor Beginn der Gespräche zuversichtlich gezeigt hatte, Fortschritte zu erzielen.

Meine kündigte an, mit der Konzernführung über Kostenentlastungen als Ausgleich für die von Volkswagen in Aussicht gestellte Arbeitsplatzsicherung zu sprechen. Bislang sei der von dem Konzern verlangte Preis dafür aber zu hoch. VW-Chefunterhändler Josef-Fidelis Senn gab sich optimistisch, bei der Frage der Kostenentlastungen mit der Gewerkschaft weiterzukommen. In Detailfragen liege man allerdings noch weit auseinander. Für den Abend kündigte Senn eine Stellungnahme an.

Bis zum Nachmittag gab es keine Signale nach Außen, ob sich die Positionen annäherten. Ein IG-Metall-Sprecher sagte lediglich: „Man verhandelt hart an der Sache.“ Senn hatte zu Verhandlungsbeginn deutlich gemacht, dass er bei vier der insgesamt sieben Forderungen in dem von VW-Personalvorstand Peter Hartz aufgestellten Sparpaket „konkrete“ Fortschritte erwarte. Um welche Punkte es sich dabei handele, ließ er allerdings offen.

Beide Tarifparteien betonten zugleich, dass die Situation bei VW nicht mit der Krise des Rüsselsheimer Konkurrenten Opel zu vergleichen sei. Senn sagte, man verhandele ja gerade, um zu verhindern was bei Wettbewerbern eingetreten sei. Die Konzernmutter von Opel will europaweit in den beiden nächsten Jahren 12.000 Arbeitsplätze abbauen und dadurch jährlich 500 Millionen Euro einsparen. Die Verhandlungen bei Opel über ein Sparpaket wurden am Donnerstag wieder aufgenommen.

Volkswagen hat sogar mit dem Abbau von bis zu 30 000 Stellen gedroht, wenn die Arbeitskosten nicht anders gesenkt werden könnten. Der Wolfsburger Autobauer verlangt wegen seiner Ertragskrise eine zweijährige Nullrunde bei Löhnen und Gehältern und will in den Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft zudem erste Schritte vereinbaren, um die Personalkosten bis 2011 um 30 Prozent oder zwei Milliarden Euro zu senken. Die IG Metall fordert vier Prozent höhere Einkommen und will eine langfristige Bestandsgarantie für alle gut 100 000 Arbeitsplätze in den sechs westdeutschen Werken aushandeln.

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