Umbau des Energiekonzerns
RWE-Chef stößt auf Widerstand

RWE-Chef Jürgen Großmann stößt beim geplanten Umbau des Energiekonzerns weiter auf Widerstand. Ende vergangener Woche scheiterte er mit dem Versuch, die Umstrukturierung der für interne Dienstleistungen zuständigen Tochter RWE Systems zu besiegeln. Es ist nicht das erste Mal, dass Großmann mit der Durschsetzung seiner Umbauplänen Schwierigkeiten hat.

DÜSSELDORF. Schwierigkeiten für RWE-Chef Jürgen Großmann: Die geplante Aufsichtsratssitzung der Konzerntochter RWE Systems, in der die Umwandlung von einer Aktiengesellschaft in eine GmbH beschlossen werden sollte, wurde kurzfristig abgesagt. Wie das Handelsblatt aus Konzernkreisen erfuhr, fehlten zum einen wichtige Verträge. Zum anderen zeichnete sich für die Konzernführung eine Abstimmungsniederlage durch die Vertreter der Arbeitnehmer und der kommunalen Aktionäre ab.

RWE-Chef Großmann arbeitet seit seinem Dienstbeginn vor inzwischen fast einem Jahr an einer neuen Struktur für den Energiekonzern. RWE soll schlanker und effizienter werden. Großmann, der den Stahlhersteller Georgsmarienhütte erfolgreich saniert hat, will auch dem börsennotierten Großkonzern mittelständisches Denken vermitteln. Die Entscheidungswege sollen verkürzt, Doppelarbeit soll vermieden werden. Eigentlich soll die "neue RWE", wie Großmann das Projekt selbst bezeichnet, Ende des Monats stehen.

Im Zentrum des Umbaus steht die Vertriebsgesellschaft RWE Energy, die Kompetenzen an die Zentrale und an Regionalgesellschaften verlieren wird, sowie RWE Systems, die Großmann komplett umstrukturieren will. Ende Januar spaltete er bereits die IT-Abteilung, die Konzernrevision und die Beratungssparte ab und unterstellte diese direkt der Zentrale. RWE Systems verlor damals bereits mehr als die Hälfte des Umsatzes von zuletzt 711 Mill. Euro und einen Großteil der 3 800 Mitarbeiter.

Am 1. September beschloss dann der Konzernvorstand die RWE Systems AG in die RWE Service GmbH umzuwandeln, die noch weitere Zuständigkeiten verlieren soll, wie es in einem internen Mitarbeiterschreiben heißt, das dem Handelsblatt vorliegt. Das Unternehmen soll einige Dienstleistungen an andere Konzerngesellschaften abgeben, beispielsweise das Management der Liegenschaften an die Kraftwerkstochter RWE Power. Dienstleistungen für einzelne Standorte wie Gastronomie oder Sicherheit sollen jeweils in vier Regionen gebündelt und ebenfalls anderen RWE-Töchtern zugeordnet werden.

Nach einem Bericht der Zeitung "Die Welt" wehren sich nicht nur die Vertreter der Arbeitnehmerseite gegen die Umwandlung der Rechtsform. Zuletzt habe auch der Vertreter der Stadt Dortmund, dem bisherigen Sitz von RWE Systems, im Aufsichtsrat signalisiert, mit der Arbeitnehmerseite zu stimmen. Daraufhin sei die Sitzung abgesagt worden. Die Arbeitnehmervertreter fürchten durch die Umwandlung in eine GmbH um ihre Mitspracherechte.

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