Umsatzziel für neues Schmerzmittel
Schwarz Pharma schraubt Lacosamid-Erwartungen hoch

Das Schmerzmittel Lacosamid von Schwarz Pharma befindet sich noch in der letzten klinischen Erprobungsphase. Die Umsatzerwartung dafür hat der Medikamentenhersteller aber bereits angehoben. Die Schwarz-Pharma-Aktie gewann darauf in der Spitze mehr als fünf Prozent.

HB FRANKFURT. Wie aus im Internet veröffentlichten Unterlagen einer Konferenz zu den Entwicklungsprojekten hervorgeht, erwartet Schwarz Pharma für das Mittel zur Behandlung von neurophatischem Schmerz nun einen Umsatz von bis zu 600 Mill. € jährlich. Zuletzt hatte der Konzern mit einem maximalen Umsatz von 400 Mill. € gerechnet. „Die positiven Ergebnisse der Phase-III-Studie, die wir im August veröffentlichten, haben uns zu dem Schritt veranlasst“, sagte eine Firmensprecherin. Die Prognose ziele auf das fünfte Jahr nach einem Marktstart. Zulassungsanträge bei den Arzneimittelbehörden in Europa und den USA sollen aber erst Ende 2006 gestellt werden. Medikamente müssen drei Phasen der klinischen Entwicklung durchlaufen, bis sie auf den Markt kommen können. Phase-III-Studien bilden zumeist die Datengrundlage für Zulassungsanträge.

Auch für das in der Entwicklung befindliche Medikament Rotigotin gegen das so genannte Restless-Legs-Syndrom - eine Nerven-Erkrankung, die zu unkontrollierbaren Muskelzuckungen in den Beinen führt - erhöhten die Monheimer ihre maximale Umsatzerwartung auf 300 Mill. von bislang 200 Mill. €. Rotigotin befindet sich ebenfalls in der letzten klinischen Erprobungsphase. „Ergebnisse der Phase III-Studie erwarten wir Anfang 2007“, sagte die Sprecherin. Damit traut Schwarz Pharma dem Gesamtbestand seiner Neuentwicklungen nun ein Umsatzpotenzial von zwei Mrd. € in der Spitze zu. Im Februar wurde dies auf 1,7 Mrd. € beziffert.

Schwarz Pharma kündigte zudem an, in den nächsten zwölf Monaten zwei weitere Wirkstoffe aus den Therapiegebieten Urologie und Neurologie in die klinische Entwicklung zu bringen. Details wollte der Konzern noch nicht verraten. Im Jahr 2004 hatte Schwarz allerdings von der südkoreanischen Firma Amore Pacific einen Wirkstoff zur Schmerzbekämpfung erworben. Das damals noch in der vorklinischen Phase steckende Projekt wollte Schwarz Pharma vorantreiben.

„Das, was aus der Pipeline an Erträgen gewonnen werden kann, schaut sehr positiv aus“, kommentierte Analyst Marcus Konstanti vom Bankhaus Sal. Oppenheim. Die Zuversicht des Managements in die Projekte spiegele sich in den höheren Umsatzerwartungen wider. „Die Gesamtdarstellung von detaillierten Daten aus den klinischen Studien unterstützt heute die Aktie“, fügte er hinzu.

2005 ist für für Schwarz Pharma ein weiteres Übergangsjahr, in dem sich das Unternehmen mit hohen Forschungsausgaben auf die Produktentwicklungen konzentriert. Spätestens 2007 will das Unternehmen wieder einen Jahresüberschuss ausweisen, in diesem Jahr wird der Konzern einen Verlust ausweisen. Das unter dem Namen „Neupro“ bekannte Parkinson-Pflaster - es ist das am weitesten fortgeschrittene Projekt - könnte bereits Anfang 2006 auf den Markt kommen. Für das Pflaster hat Schwarz Pharma bei den Gesundheitsbehörden in den USA und Europa die Zulassung bereits beantragt.

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