Umstrukturierung läuft
Tyco will mit Stellenabbau in Gewinnzone zurück

Der US-Mischkonzern Tyco hat in seinem abgelaufenen vierten Geschäftsquartal zum 30. September nach dem Start eines Umstrukturierungsprogramms und der Aufgabe von Geschäftszweigen den Verlust reduziert.

HB BOSTON.Der Kurs der Tyco-Aktien stieg am Dienstag an der New Yorker Börse im frühen Geschäft in einem schwächeren Marktumfeld um mehr als 5,8 % auf 22,24 Dollar. Im abgelaufenen Vierteljahr verbuchte der Konzern mit Hauptsitz auf den Bermuda-Inseln einen Netto-Verlust von 297,1 Mill. Dollar nach 1,4 Mrd. Dollar im Vorjahr. Das Ergebnis war durch Sonderbelastungen für die Umstrukturierung in Höhe von 1,2 Mrd. Dollar belastet worden. Für das laufende erste Quartal des Geschäftsjahres 2003/2004 (zum 30. September) sagte das Unternehmen eine zweistellige Steigerung des Gewinns voraus.

Tyco will sich im Rahmen der Neuordnung des Unternehmens unter anderem von insgesamt mehr als 50 Geschäftsfeldern trennen mit einem jährlichen Umsatz von 2,1 Mrd. Dollar, was rund sechs Prozent der Konzernerlöse entspricht. Zu den Bereichen, die der Konzern aufgeben will, zählt auch das weltweite Unterwasser-Glasfaser-Kabelnetz. Dieses hatte dem Unternehmen angesichts der Flaute in der Telekommunikationsindustrie Milliardenverluste eingebracht.

Tyco-Chairman Edward Breen, dessen Vorgänger Dennis Kozlowski sich derzeit wegen Korruptionsvorwürfen vor Gericht verantworten muss, zeigte sich zuversichtlich, mit Hilfe der Umstrukturierung die Rückkehr in die Gewinnzone zu beschleunigen. Tyco plant zudem den Abbau von 7200 der weltweit rund 260 000 Stellen. Bei einer Konferenzschaltung mit Analysten versprach Breen „solide“ Ergebnisse im Geschäftsjahr 2003/2004. Zugleich warnte er aber vor weiter bestehenden zahlreichen Problemen.

Analyst John Boland vom Haus NL Capital Management sagte, die Ergebnisprognose habe die Investoren begeistert. „Sie zeigt, dass das gegenwärtige Management das Unternehmen gut führt“, fügte er hinzu.

Tyco war im vergangenen Jahr wegen Bilanzmanipulationen in die Schlagzeilen geraten. Im Rahmen interner Ermittlungen waren Buchungsfehler im Volumen von 382 Mill. Dollar aufgedeckt worden. Tyco machte dafür das ehemalige Management unter Kozlowski verantwortlich. Kozlowski und andere ehemalige Spitzenmanager des Konzerns werden von der US-Justiz unter anderem beschuldigt, die Kasse des Unternehmens durch illegale Aktienverkäufe um mehr als 600 Mill. Dollar geplündert zu haben. Kozlowski weist die Vorwürfe zurück.

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