Unerlaubte Medikamenten-Werbung
Pfizer droht Bußgeld

Das Pharmaunternehmen Pfizer soll wegen seiner umstrittenen Anzeigen für den Cholesterin-Senker „Sortis“ ein Bußgeld zahlen. Das Regierungspräsidium in Karlsruhe fordert bis zu 25 000 Euro.

HB STUTTGART. Das Argument der in Karlsruhe ansässigen Deutschland-Tochter von Pfizer, es handele sich bei den ganzseitigen Anzeigen nur um eine Verbraucherinformation, sei nach Ansicht der Behörde nicht stichhaltig, teilte das Regierungspräsidium Karlsruhe am Freitag nach einer Anhörung mit. Der werbliche Aspekt überwiege klar. Nach dem Heilmittelgesetz ist Werbung für Medikamente verboten, wenn sie Angst erzeugt oder die Überlegenheit eines Arzneimittels gegenüber einem Konkurrenzprodukt unterstellt. Das Gesetz sieht einen Bußgeldrahmen bis zu 25 000 € vor.

In einer ersten Reaktion erklärte Pfizer hingegen, man werde die Öffentlichkeit weiterhin über die Fehlentscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses, die Erstattung des Cholesterinsenkers Sortis für Kassenpatienten ab 1. Januar 2005 zu begrenzen, informieren. „Ziel ist es nach wie vor, eine Revidierung der Fehlentscheidung zugunsten der Patienten zu bewirken“, erklärt Walter Köbele, Vorsitzender der Geschäftsführung von Pfizer Deutschland. Wir werden diese Informationen so gestalten, dass den vom Regierungspräsidium Karlsruhe geäußerten Anforderungen Rechnung getragen wird“, sagte Michael Klein, Direktor Recht und Corporate Affairs bei Pfizer Deutschland, weiter.

Pfizer hatte sich mit der Anzeigenkampagne in verschiedenen deutschen Tageszeitungen gegen die Entscheidung gewehrt, Sortis - das umsatzstärkste Medikament der Welt - ab 2005 im Zuge der Gesundheitsreform in eine Medikamentengruppe mit günstigeren Generika aufzunehmen und nur noch einen Festbetrag zu erstatten. Wenn Pfizer wie geplant den Preis für Sortis nicht senkt, müssen Mill. von Kassenpatienten dann Zuzahlungen leisten. Pfizer habe die Kampagne inzwischen eingestellt, teilte die Behörde mit. Ärzte, Verbraucherschützer und die Bundesregierung hatten an der Kampagne Kritik geübt und die Behörden in Baden-Württemberg zum Einschreiten aufgefordert.

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