Unternehmen hat noch keine Namen
Carl Zeiss und EQT wollen Sola kaufen

Der Opto-Elektronikkonzern Carl Zeiss will zusammen mit der Beteiligungsgesellschaft EQT den US-Brillenglashersteller Sola übernehmen und damit sein Produkt- und Kundenspektrum erweitern.

HB STUTTGART. EQT und Zeiss hielten jeweils die Hälfte an einer neuen Gesellschaft, in der die Augenoptik-Sparte von Carl Zeiss und Sola aufgehen sollen, erklärte Zeiss-Finanzvorstand Michael Kaschke am Montag in Stuttgart. Das entstehende Unternehmen wird rund 800 Millionen Euro Jahresumsatz erwirtschaften, etwa 9 000 Mitarbeiter beschäftigen und zu den weltweit führenden Firmen in der Augenoptik gehören. EQT und Zeiss böten 28 Dollar für jede Sola-Aktie, insgesamt 815 Millionen Dollar (607 Millionen Euro). Einschließlich Schulden von 285 Millionen US-Dollar liege der Preis bei 1,1 Milliarden Dollar (820 Millionen Euro). „Um solche Wachstumsprozesse realisieren zu können, muss man manchmal auch große Schritte machen“, sagte Zeiss-Vorstandschef Kurz.

„Wir denken, dass die beiden Partner sich optimal ergänzen, es gibt keine nennenswerten Überschneidungen“, sagte Finanzchef Kaschke. Während Carl Zeiss zu 95 Prozent in der Gläserveredelung und -beschichtung tätig sei und vorwiegend die eigenständigen Augenoptiker bediene, liege die Stärke des börsennotierten US-Partners traditionell in der Serienfertigung und der Belieferung von Augenoptik-Ketten. „Das Joint Venture wird somit alle wichtigen Produktsegmente abdecken“, sagte er. Das neue Unternehmen, das noch keinen Namen hat, verfüge über bessere Wachstumschancen: „Wir gehen davon aus, dass wir etwa ein bis zwei Prozentpunkte über dem Marktwachstum von etwa vier Prozent liegen werden“, bekräftigte Kaschke.

Sola erwartet 2004 einen Umsatz von 524 Millionen Euro und ist in 28 Ländern vertreten, vorwiegend in den USA, Asien und Australien. Gegenwärtig beschäftigt das Unternehmen aus San Diego im US-Bundesstaat Kalifornien etwa 6 600 Mitarbeiter. Die neu gegründete Firma werde den Hauptsitz im schwäbischen Aalen haben, sagte Kurz. Wer die Gesellschaft führen soll, stehe noch nicht fest. Die Augenoptik-Sparte von Zeiss werde im Vorgriff auf die Fusion derzeit in eine eigenständige GmbH umgewandelt.

Große Hürden auf dem Weg zur Verschmelzung sehen die beiden Partner nicht. „Wir gehen nicht davon aus, dass die Aktionäre nicht zustimmen werden“, sagte EQT-Partner Udo Philipp. Das Übernahme-Verfahren sei in den USA wesentlich einfacher als in Deutschland. In 99 Prozent der Fälle führe dieser Weg dort zum Erfolg. Nach Annahme des Angebots werde Sola von der Börse genommen, sagte Philipp. Zeiss und EQT gingen davon aus, dass der endgültige Zusammenschluss im Frühjahr 2005 erfolgen kann. Das Management von Sola habe der Übernahme bereits zugestimmt, die Kartellbehörden müssten noch zustimmen.

Hinter der Beteiligungsgesellschaft EQT steht die Investor AB, die börsennotierten Industrieholding der schwedischen Wallenberg-Familie. Nach eigenen Angaben hat EQT in mehr als 30 Unternehmen mit einem Umsatz von sieben Milliarden Euro investiert. Die Firma konzentriert sich auf Beteiligungen in Deutschland und Skandinavien.

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