Unternehmen rechnen mit weiter steigenden Kosten und werfen Energiekonzernen Wettbewerbsverzerrung vor
Industrie klagt über hohe Strompreise

Die deutsche Industrie stellt sich auf weiter steigende Strompreise ein. Nach jetzigem Stand sei für 2005 mit einem Anstieg der Stromkosten um noch einmal 800 Millionen Euro oder 6 Prozent auf 14,3 Mrd. Euro zu rechnen, teilte der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK), der die Großkunden vertritt, am Donnerstag mit. Für das laufende Jahr hatte der VIK bereits einen Zuwachs um 1,5 Mrd. Euro prognostiziert.

juf DÜSSELDORF. Auch die Energiebranche geht von steigenden Preisen für die Industrie aus. „Für den Rest des Jahres rechnen wir zwar mit einer Stabilisierung, 2005 erwarten wir aber Erhöhungen“, sagte Werner Brinker, Präsident des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft (VDEW).

Für Unternehmen aus Branchen wie Chemie, Stahl oder Aluminum, die viel Energie benötigen, wird der Strompreisanstieg nach eigenen Angaben immer mehr zum Problem. „Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen wird stark belastet“, sagte VIK-Geschäftsführer Alfred Richmann am Donnerstag.

Wenn sich der Strompreis um einen Cent je Kilowattstunde erhöhe, koste dies ihr Unternehmen pro Jahr 80 Mill. Euro, sagte Irmtraud Pawlik, Geschäftsführerin der Hydro Aluminium Deutschland GmbH. Bei dem Aluminumproduzenten macht Strom 30 Prozent der Gesamtkosten aus. Weil zwei langfristige Verträge bald auslaufen, rechnet Pawlik mit einer hohen Belastung. „Wenn sich an den Marktbedingungen nicht wesentlich etwas ändert, müssen wir auch über eine Schließung der Hütten nachdenken“, droht die Managerin. Unternehmen haben in der Regel mit den Versorgern individuelle Verträge abgeschlossen, deren Bedingungen und Laufzeiten stark variieren.

Pawlik warf den Erzeugern vor, ihre Marktmacht auszunutzen und sprach von oligopolistischen Strukturen. Immerhin befänden sich 80 Prozent der Erzeugungskapazität in der Hand der vier großen Versorger Eon, RWE, Vattenfall Europe und Energie Baden-Württemberg.

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