Untersuchungen in den USA
Fiat Chrysler im Visier der Behörden

Erneut knöpfen sich die US-Behörden einen großen Autobauer vor. Fiat Chrysler soll durch Bestechung seiner Händler die Verkaufszahlen manipuliert haben. Nun ermittelt das Justizministerium.

Die US-Börsenaufsicht und das Justizministerium haben Untersuchungen gegen Fiat Chrysler eingeleitet. Dabei interessieren sich die Behörden für die Frage, wie der italienische-amerikanische Autobauer seine Verkaufszahlen ermittelt. Das Unternehmen würde eng mit den Behörden kooperieren, teilte Fiat Chrysler am Montag mit. Die Aktie war nach Bekanntwerden der Untersuchungen im New Yorker Handel um fünf Prozent eingebrochen, erholte sich dann jedoch wieder.

In den vergangenen Tagen seien die Bundespolizei FBI und die SEC in Büros und in Häusern von Fiat-Mitarbeitern aufgetaucht, berichtet die Branchenzeitung „Automotive News“. Die Ermittler seien in der US-Zentrale in Auburn Hills im Bundesstaat Michigan aufgetaucht, jedoch auch in anderen Städten, wie Orlando und Dallas. Zum Teil soll es sich dabei um Razzien gehandelt haben. Auch ehemalige Mitarbeiter seien davon betroffen, hieß es.

Im Januar hatte ein Fiat-Händler aus dem Bundesstaat Illinois Klage gegen den Autobauer eingereicht und dem Konzern vorgeworfen, Absatzzahlen künstlich aufzublähen. So soll Fiat Autohändlern Geld gezahlt haben, damit diese Autos als verkauft melden, die zwar von Fiat ausgeliefert wurden, aber noch unverkauft auf den Parkplätzen der Händler stehen. Wer in den USA ein Auto kauft, der bestellt es meist nicht, sondern sucht es sich direkt beim Händler aus und fährt dann damit vom Hof. Daher gelten Fahrzeuge eigentlich nur dann als verkauft, wenn sie auch tatsächlich das Autohaus verlassen haben.

Fiat Chrysler ist in den vergangenen Jahren stark auf dem amerikanischen Markt gewachsen und hatte 75 Monate in Folge steigende Wachstumsraten gemeldet. Autohändler hatten jedoch bereits in der Vergangenheit kritisiert, dass sie von dem Autohersteller stark unter Erfolgsdruck gesetzt würden.

Astrid Dörner ist Korrespondentin in New York.
Astrid Dörner
Handelsblatt / Deskchefin Agenda
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%