Urananreicherer Urenco
Strahlende Renditen mit Uran

Die Renaissance der Kernenergie beflügelt die Geschäfte des europäischen Uranaufbereiters Urenco. Das Gemeinschaftsunternehmen mit Sitz nahe London hat auf die energiesparende Zentrifugentechnologie gesetzt und erlebt nun einen Auftragsboom – zur Freude von Eon und RWE.

LONDON. Eine Kooperation mit Frankreich und ein Werk in den USA treiben die internationale Expansion des Unternehmens voran. „Wir sind eine europäische Erfolgsgeschichte – früher hätte ich gesagt, wie der Airbus“, sagt Helmut Engelbrecht, der deutsche Vorstandschef von Urenco, im Gespräch mit dem Handelsblatt. 1970 durch ein Abkommen der drei Regierungen gegründet, lag der Schwerpunkt zunächst auf der Versorgung der heimischen Kernkraftwerke. Doch längst hat Urenco international Erfolg und verdient viel Geld für die Aktionäre.

Je ein Drittel des Unternehmens gehören dem niederländischen und dem britischen Staat, je ein Sechstel den deutschen Energieriesen Eon und RWE. Der britische Schatzkanzler Gordon Brown hat im März 2006 angekündigt, dass er den von der Nuklearholding BNFL gehaltenen Anteil verkaufen will. Gespräche darüber laufen mit den anderen Aktionären, doch weder das Wirtschaftsministerium noch BNFL wollen sich zu deren Fortgang äußern. Die Entscheidung liege bei den drei Regierungen.

Mit einem Weltmarktanteil von 23 Prozent ist Urenco einer der vier großen Lieferanten angereicherten Urans neben der französischen Areva, dem US-Konzern USEC und der russischen Tenex. Der Auftragseingang hat sich 2006 beinahe verdoppelt – auch bedingt durch eine Tendenz zu längerfristigen Verträgen. Der Umsatz stieg um 22 Prozent auf knapp 900 Mill. Euro, der Reingewinn um 26 Prozent auf 209 Mill. Euro. Die Nettorendite liegt damit etwa doppelt so hoch wie bei den großen Ölkonzernen.

Kein Wunder also, dass Engelbrecht die weltweite Renaissance der Kernkraft von der Firmenzentrale im idyllischen Städtchen Marlow im Themsetal aus mit Zufriedenheit registriert. Er hat in Aachen Nukleartechnik studiert und bei deutschen Energieversorgern Karriere gemacht, bevor er 2003 von Eon zu Urenco kam und Anfang 2005 die Führung übernahm.

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