US-Autobauer
GM will es wie Chrysler machen

Die überlebensfähigen Teile an eine neue Einheit verkaufen, den Rest abwickeln: Der marode US-Autobauer General Motors plant für den zunehmend wahrscheinlichen Fall einer Insolvenz ein ähnliches Vorgehen wie der Wettbewerber Chrysler. Unterdessen gibt es offenbar Fortschritte bei den Verhandlungen zwischen GM und der Gewerkschaft UAW.

HB NEW YORK. Der marode US-Autobauer General Motors (GM) plant für den zunehmend wahrscheinlichen Fall einer Insolvenz ein ähnliches Vorgehen wie der Wettbewerber Chrysler. GM will dann voraussichtlich ihre überlebensfähigen Teile an eine neue Einheit verkaufen, die das Insolvenzverfahren möglichst rasch wieder verlassen soll.

Ein solches Vorgehen sei die wahrscheinlichste Variante, teilte die Opel-Mutter in bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC eingereichten Unterlagen mit. Die Überreste des Konzerns sollen später abgewickelt werden. Ein solches Verfahren war auch von Experten erwartet worden. Anders ist ein schnelles Verlassen des Verfahrens kaum möglich.

GM-Chef Fritz Henderson hatte eine Insolvenz zuvor als "wahrscheinlich" bezeichnet. Die Entscheidung hänge von einer bisher nicht erzielten Einigung mit den Gläubigern ab, betonte der Konzern erneut. US-Präsident Barack Obama hat GM ein Ultimatum bis Ende Mai gesetzt. Der Konzern aus Detroit bietet den Gläubigern für einen milliardenschweren Schuldenverzicht zehn Prozent am Unternehmen. Die Mehrheit soll künftig der Staat halten, den Rest die Gewerkschaft.

Von einer Insolvenz bei GM wäre auch Opel massiv betroffen. Zum Schutz bereitet die Bundesregierung eine vorübergehende Treuhandlösung für Opel vor. Diese soll Zeit für den geplanten Einstieg eines Investors geben.

Unterdessen gibt es offenbar Fortschritte bei den Verhandlungen zwischen GM und der Gewerkschaft UAW. Der Autobauer werde sich vermutlich in Kürze mit der UAW auf umfassende Einschnitte zur Kostensenkung einigen, berichtete das "Wall Street Journal" am Freitag unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen.

Der Zeitung zufolge sollen die Arbeitskosten um mehr als ein eine Milliarden pro Jahr gesenkt werden. Außerdem sollten die Barzahlungen von GM in einen Gesundheitsfonds für Ruheständler auf zehn Mrd. Dollar halbiert werden. Bisher handle es sich noch um einen vorläufigen Plan, schrieb die Zeitung. Jedoch könnten die Verhandlungen zwischen GM und der Gewerkschaft, die unter Leitung des US-Finanzministeriums stattfinden, bereits nächste Woche abgeschlossen werden.

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