US-Autozulieferer
Zwei Investorengruppen umwerben Delphi

Nach Cerberus, Appaloosa, Harbinger Capital, Merrill Lynch und UBS Securities wirbt nun eine zweite Investorengruppe um die Kontrolle des insolventen US-Autozulieferers Delphi. Der Hedge-Fonds Highland legte am Donnerstag einen Plan vor, der die Investition von 4,7 Milliarden Dollar vorsieht. Das wären etwa 1,3 Milliarden Dollar mehr als das Angebot der Konkurrenz.

HB DETROIT. Highland erklärte, sein Angebot käme zudem allen Parteien stärker entgegen, die an Delphis Kapitalstruktur beteiligt seien. Mit dem zweiten Angebot könnte der Kampf um die Kontrolle bei dem Zulieferer offen ausbrechen. Delphi wollte sich selbst nicht zu der Sache äußern. Appaloosa ist mit einem Anteil von neun Prozent derzeit der größte Investor bei Delphi, gefolgt von Highland, der sieben Prozent hält.

Delphi war im Oktober 2005 unter anderem wegen der hohen Pensionsverpflichtungen zusammengebrochen und hatte nach Kapitel elf des US-Konkursrechtes Antrag auf Gläubigerschutz gestellt. Die Insolvenz ist die größte in der Geschichte der US-Automobilindustrie. Delphi beschäftigte zuletzt rund 34 000 Mitarbeiter. Um wieder Gewinne zu erwirtschaften, will der Konzern bis 2008 in den USA bis zu 8500 Angestellte entlassen und rund ein Drittel der weltweiten Betriebe schließen oder verkaufen. GM hatte Delphi 1999 abgespalten und sich verpflichtet, Pensionszahlungen für den Zulieferer zu übernehmen, falls dieser vor 2007 zusammenbricht. Nach wie vor hängt die GM-Produktion stark von den Delphi-Teilen ab. Der Konzern hat es daher zu seiner obersten Priorität erklärt, die noch ausstehenden Streitpunkte mit dem Zulieferer schnellstmöglich zu klären.

Mit der Appaloosa-Gruppe hatte sich Delphi eigentlich in dieser Woche grundsätzlich geeinigt. Deren Plan wurde weithin als Anstoß für eine schnellere Einigung zwischen GM, Delphi und den Gewerkschaften gesehen, da dafür als Bedingung eine Frist bis Ende Januar gesetzt worden war. Highland teilte nun mit, beim zuständigen Insolvenzgericht seinen Widerstand gegen das Appaloosa-Angebot zum Ausdruck bringen zu wollen. Zudem deutete der Hedge-Fonds an, das Gericht möglicherweise zu bitten, sich zur Bewertung der beiden Angebote mehr Zeit zu nehmen. Die Angelegenheit sei zu wichtig, um sie in so kurzer Zeit zu entscheiden.

Morningstar-Analyst John Novak betonte, die konkurrierenden Angebote der Investorengruppen könnten zwar dazu führen, dass eine Lösung für GM länger auf sich warten lasse. Das Ergebnis werde am Ende aber so oder so positiv für den Autobauer sein.

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